Formel 1 wird zum Dünen-Krimi
Verstappens Formel-1-Heimrennen in Zandvoort wird zum WM-Drama
VonSimon Monesschließen
McLaren stand vor dem fünften Doppelsieg in Folge. Dann platzte der Traum in Zandvoort. Drei Safety-Car-Einsätze sorgten für dramatische Formel-1-Action.
Zandvoort – Der Großes Preis der Niederlande der Formel 1 auf dem Circuit Parc Zandvoort war nichts für schwache Nerven. Statt 72 Runden Langeweile gab es ein Drama in drei Akten, in dem das neue Safety-Car von Aston Martin eine wichtige Rolle spielte. Am Ende siegte Oscar Piastri knapp vor Max Verstappen. Der Australier baut damit den Vorsprung in der Fahrer-WM aus.
„Ich habe das Rennen kontrolliert, wenn es nötig war, und es war natürlich sehr unglücklich für Lando am Ende. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich das Rennen im Griff hatte, und habe das Tempo eingesetzt, wenn es erforderlich war“, sagte der McLaren-Pilot nach dem Rennen. „Mit einem Sieg nach der Sommerpause zu starten, ist ein guter Weg. Wenn wir es so fortsetzen können, wäre das großartig. Aber es liegt noch ein langer Weg vor uns.“
Isack Hadjar holt erstes Podium für Racing Bulls seit 2021
Dabei sah es lange so aus, als würde McLaren den fünften Doppelsieg in Serie einfahren. An der Spitze lieferten sich Piastri und Lando Norris rundenlang ein enges Duell um den Sieg. Doch dann der Schock. Der Brite wurde plötzlich langsam und rollte aus. Der Grund: ein Ölleck. Zum bereits dritten Mal musste Bernd Mayländer ausrücken.
Die Profiteure: Verstappen und Isack Hadjar – der 2026 im Red Bull sitzen könnte. Der Franzose bescherte den Racing Bulls damit das erste Podium seit Baku 2021. Damals wurde Pierre Gasly im Alpha Tauri ebenfalls Dritter. „Es fühlt sich ein bisschen unwirklich an. Am meisten überrascht hat mich, dass ich den vierten Platz das ganze Rennen über halten konnte. Leider hatte Lando ein Problem, wovon wir profitiert haben, aber wir haben keinen Fehler gemacht“, so der Franzose.
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George Russell und Alex Albon komplettierten die Top-5. Eine starke Leistung zeigte auch Oliver Bearman der aus der Boxengasse bis auf Platz sechs vorfuhr. Dahinter folgten die beiden Aston-Martin-Piloten Lance Stroll (7.) und Fernando Alonso (8.). Und auch der angezählte Yuki Tsunoda fuhr erstmals seit langem wieder in die Punkte. Esteban Ocon rundete die Top-10 ab.
Doch nicht nur die Schlussphase war von Drama geprägt. Auch die Ferrari-Piloten erwischten in Zandvoort alles andere als einen guten Tag. So war es Lewis Hamilton, der mit seinem Unfall für den ersten Einsatz von Bernd Mayländer sorgte. Der Brite kam im Regen auf einen lackierten Streckenabschnitt und krachte in die Wand – damit krönte er ein schwieriges Wochenende.
Und auch Charles Leclerc sorgte für viel Aufregung. Nach dem Safety-Car überholte der Monegasse Russell sehr mutig. Dabei kam es zu einem Kontakt. Das Manöver wird nach dem Rennen noch untersucht. Wenige Runden später setzte Kimi Antonelli den Ferrari-Piloten dann unter Druck. Doch das Überholmanöver misslang. Es kam zur Berührung und Leclerc flog heftig ab.
Während der Monegasse die letzten Runden nur noch von einer Düne beobachten konnte, bekam der Mercedes-Pilot von der Rennleitung zehn Sekunden aufgebrummt. Weil er später hinter dem Safety-Car noch zu schnell in der Box war, gab es weitere fünf Sekunden. Statt in den Punkten landete Antonelli nur auf Rang 16. (smo)
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