Bitteres 0:3 in Frankfurt

K.O.stic schickt den VfB auf die Bretter

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Der Frankfurter Filip Kostic trifft gegen den Stuttgarter Torwart Ron-Robert Zieler zum 2:0. 
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Die Luft im Abstiegskampf wird immer dünner für den VfB. Nach der 0:3-Niederlage in Frankfurt liegt der Rückstand auf den rettenden Platz 15 schon bei fünf Zählern.

Christian Gentner humpelt nach Spielende durch die Katakomben der Commerzbank Arena in Frankfurt. Das Laufen fällt ihm sichtlich schwer. Diesen Abend hatte sich der VfB-Kapitän sicher anders vorgestellt. Zum ersten Mal seit dem 22. Spieltag steht er wieder in der Startelf, muss dann aber schon nach einer guten halben Stunde verletzt vom Platz. 

Gentners verkorkster Abend steht damit sinnbildlich für den der ganze Mannschaft. Schon nach drei Spielminuten wird es zum ersten Mal richtig gefährlich vor dem VfB-Tor. Marc Oliver Kempf verdaddelt den Ball am eigenen Sechzehner und lädt Ante Rebic ein. Der scheitert aber an VfB-Keeper Ron-Robert Zieler. Danach kommt der VfB besser ins Spiel und nur drei Minuten später selbst zur ersten Chance. Nach einer Castro-Ecke köpft Kempf den Ball mit Wucht Richtung Frankfurter Tor, trifft aber nur die Latte. 

Knackpunkt: Kostic schockt den VfB Stuttgart kurz vor der Halbzeitpause

Die gesamte erste Halbzeit agiert der VfB auf Augenhöhe mit dem Tabellenfünften. Kurz vor der Pause hatten sich alle schon mit dem 0:0 Pausenstand abgefunden. Und dann das: Frankfurt-Stürmer Ante Rebic schnappt sich den Ball und hält einfach mal drauf. Der Ball wird geblockt, landet aber direkt vor den Beinen des reaktionsschnellen Ex-Stuttgarters Filip Kostic. Der fackelt nicht lang, schießt aus spitzem Winkel und trifft zum 1:0. 

Der Stuttgarter Torwart Ron-Robert Zieler hält einen Angriff des Frankfurters Filip Kostic. 

"Man muss sagen, dass das Tor zu diesem Zeitpunkt ein Knackpunkt war", kommentiert Torwart Ron-Robert Zieler die Szene nach dem Spiel. In der zweiten Halbzeit herrscht erstmal Leerlauf. Zum einen, weil die Eintracht in den Verwaltungsmodus schaltet, zum anderen, weil dem VfB die Ideen nach vorne fehlen. 

Zieler ehrlich: "War zu wenig für einen Punkt"

In der 64. Minute geht es dann aber blitzschnell: Ein Befreiungsschlag der Frankfurter landet im Mittelkreis bei Ante Rebic, der sofort Filip Kostic steil schickt. Der Serbe gewinnt das Laufduell gegen Gonzalo Castro und schiebt den Ball locker ein – 2:0 Frankfurt. Besiegelt wird die VfB-Niederlage dann in der 84. Minute. Danny Da Costa spielt von rechts in die Mitte, Luca Jovic kann unbedrängt einschieben – 3:0 für die Eintracht. 

Bildergalerie: Der VfB Stuttgart verliert in Frankfurt

"Wir haben 45 Minuten Zeit um das Spiel zu drehen. Da muss man schon offen und ehrlich sagen, dass wir nicht mehr so gespielt haben wie in der ersten Hälfte. Insgesamt hätte ich mir schon gewünscht, dass wir uns da aufraffen", fasst Zieler die zweite Hälfte zusammen. "Wenn man die 90 Minuten betrachtet, war es am Ende zu wenig für einen Punkt."

VfB Stuttgart vor Muss-Spiel in Nürnberg

Durch den vorangegangenen Sieg von Schalke wird die Luft im Abstiegskampf für den VfB immer dünner. Der Rückstand auf den rettenden Platz 15 beträgt jetzt schon fünf Punkte. Umso wichtiger wird das Spiel am kommenden Wochenende gegen Tabellennachbar Nürnberg. Auch Zieler weiß, wie wichtig das Spiel ist. Eine Vorentscheidung im Abstiegskampf wird dort, seiner Meinung nach, aber noch nicht getroffen: "Wir haben den Anspruch, das Ding nächste Woche vor eigenem Publikum zu gewinnen. Aber es ist noch keine Vorentscheidung in irgendeine Richtung." 

Präsident Wolfgang Dietrich formuliert das Ganze noch drastischer: "Nürnberg ist ein Muss-Spiel, ganz klar!" Dass Kapitän Christian Gentner seine Mannschaft da schon wieder unterstützen kann, ist aber mehr als fraglich.

Dennis Beyer