Der VfB Stuttgart und der heimliche Kampf um Europa
Fehlt dem VfB Stuttgart einfach die Euro-Geilheit?
VonDominik Jahnschließen
VfB Stuttgart: Trainer Pellegrino Matarazzo hält sich weiter zurück. Die Profis haben auch nur eine Europa-Heimlich-Hoffnung. Nur der Sportdirektor hat‘s angesprochen.
Vor dem 29. Spieltag wurde in den Medien über den Kampf um die internationalen Plätze berichtet. Vier für Europa und der siebte Platz in der Bundesliga! Mittendrin der VfB Stuttgart. Den Aufsteiger trennte vor der Partie bei Union Berlin am vergangenen Samstag nur ein Punkt von Platz 7 - belegt war der bis dahin von Union. Also volle Attacke auf Europa?
Das Wort „Europa“ wollte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo vor der Partie aber nicht in den Mund nehmen: „Es gibt keine Notwendigkeit ein neues Ziel auszusprechen. Mein Fokus liegt auf dem Tagesgeschäft.“ Ganz anders sein Trainer-Kollege Urs Fischer bei Union Berlin. Vom 55-Jährigen gab‘s eine deutliche Europa-Ansage vor dem Spiele gegen Stuttgart: „Wir stehen da oben und wollen bis zum Schluss kämpfen, um da oben zu bleiben. Natürlich willst du dann auch die Plätze angreifen, die zum internationalen Geschäft führen.“
VfB Stuttgart: Können - Müssen - Wollen? Heimliche Europa-Hoffnung
Beim VfB Stuttgart ist‘s spürbar ein KANN-Ziel und kein MUSS-Ziel. Aber ist‘s eben auch ein WILL-Ziel? So wirklich spürbar ist es nicht. Diese Haltung schien sich auch auf den Platz zu übertragen. Vor allem in der ersten Hälfte ließ der VfB Stuttgart jegliche Geilheit auf Europa vermissen. Union Berlin war bis zur Pause lauf- und zweikampfstärker. Auch in der zweiten Hälfte hatten die Berliner die zwingenderen Chancen und konnten am Ende verdient mit 2:1 gewinnen.
Die angriffslustige Rhetorik von Trainer Urs Fischer kam bei seinen Spielern an. Nach der Partie gegen den VfB Stuttgart erklärte Union-Kapitän Christopher Trimmel: „Man muss sich neue Ziele stecken“, sagte nach dem Spiel. „Wir haben mit den 40 Punkten unser erstes Ziel erreicht, natürlich wollen wir dann auch andere Ziele erreichen.“
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Bei VfB-Profi und Torschütze Philipp Förster bleibt es weiter bei der Europa-Heimlich-Hoffnung. Am Mikrofon bei Sky erklärte er: „Wir sind gut beraten von Spiel zu Spiel zu schauen. Wir müssen jedes Spiel 110% geben, dann werden wir schauen, was dabei rumkommt.“
VfB Stuttgart: Unterschiedliche Sichtweisen - kein Problem
Zuletzt hatte sich nur Sportdirektor Sven Mislintat etwas offener beim VfB Stuttgart zu einem Erreichen der neuen Conference League geäußert. Der Kader-Macher erklärte zum Kampf um Europa: „Wir sind in einer Gruppe von vier Mannschaften zwischen Position sieben und zehn, die ganz knapp zusammen sind. Wenn wir es gewinnen würden, fänden wir es cool.“
Conference League schaue ich mir im Sommer an.
Zu den Europa-Aussagen von Sven Mislintat erklärte Trainer Pellegrino Matarazzo vor dem 29. Spieltag: „Ich schaue mir die Conference League im Sommer an. Sven hat sicherlich auch aus der Emotion heraus und mit dem Blick auf eine gewisse Mittelfristigkeit, diesen 7. Platz ausgerufen.“
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Ein Unstimmigkeit? Nein! Für den VfB-Trainer kein Problem: „Es beißt sich nicht mit meiner Vorgehensweise aufs Tagesgeschäft zu schauen. Ich bin kurzfristiger angebunden und versuche das Momentum der Mannschaft jeden Tag zu steuern. Aber wenn wir uns qualifizieren sollten, dann beschäftige ich mich damit und wir finden Lösungen, damit es auch für unsere Entwicklung Sinn macht.“
Von Dennis Bayer
Nach dem 29. Spieltag sieht‘s im Kampf um den 7. Platz und Europa so aus:
7. Borussia Mönchengladbach 43 Punkte
8. Union Berlin 43 Punkte
9. SC Freiburg 40 Punkte
10. VfB Stuttgart 39 Punkte

