0:0 nach 90 Minuten
Trotz vieler Stuttgarter Großchancen: VfB und Schalke trennen sich unentschieden
VonJulia Thielenschließen
Der VfB nimmt aber viel Selbstbewusstsein mit in die Relegation.
+++ Update, 18.5., 17.20 Uhr +++
Nach einem teils zählen Spiel bleibt das positive Fazit für den VfB Stuttgart: In Richtung Relegation lief es zuletzt zunehmend runder bei den Schwaben. Einzig das Glück fehlte bei den zahlreichen Großchancen. Am Ende trennen sich beide Mannschaften unentschieden mit 0:0.
Der VfB startet überraschend mutig in die Partie auf Schalke. Aber die Schwaben haben hier außer Selbstbewusstsein auch nichts zu verlieren. Den ersten verhaltenen Jubel gibt's nach nicht einmal zwanzig Minuten. Denn der Ball landet im Tor der Schalker. Aber: Mario Gomez stand im Abseits.
Auf der Gegenseite bleibt die VfB-Defensive stabil. Zunächst kaum mal ein Durchkommen für die Gelsenkirchener. Dagegen sind die Stuttgarter bei Standards äußerst gefährlich. Die nächste Großchance vom VfB kreiert dann Daniel Didavi. Sein Knaller von rechts wird nur knapp von der Latte gestoppt.
VfB Stuttgart zu Gast bei Schalke 04: Beinahe-Katastrophe durch Zieler
Nach der Pause leistet sich Zieler eine fette Beinahe-Katastrophe. Ein Einwurf von Weston McKennie überrascht den VfB-Keeper dermaßen, dass er den Ball nur gerade eben so über die Latte schieben kann.
Diese Aktion schockt offenbar beide Mannschaften gleichermaßen. Denn: Danach plätschert die Partie mehr oder weniger unspektakulär vor sich hin. Ganz anders als - wie vom VfB vorab gewünscht - in der Begegnung 1998 (siehe unten).
Auch wenn der VfB am Ende doch nochmal gleich drei größere Chancen bekommt - am Ende trennen sich die Schwaben und Schalke 04 zum Saisonabschluss mit 0:0. Immerhin: Mit Nico Willig auf der Bank bleiben die Stuttgarter stabil. Das dürfte Selbstbewusstsein für die anstehende Relegation bringen.
+++ Ursprungsmeldung, 18.5., 14.15 Uhr +++ Schalke-Spiel wie 1998 gewünscht
Eingefleischte Stuttgart-Fans dürften sich heute mehrfach die Augen gerieben haben. Was wünscht sich der VfB doch da auf Twitter? "1998 siegten wir auf Schalke 4:3. Heute bitte nochmal so", heißt es in einem Post. Doch ob das tatsächlich ein kluger Wunsch ist? Denn der Blick in die Historie zeigt: Es war ein verdammt glücklicher und noch dazu enorm nervenaufreibender und kraftkostender Sieg, den die Stuttgarter vor mehr als 20 Jahren bei Schalke 04 ausfochten.
VfB wünscht sich Spiel wie 1998: So lief die Partie damals ab
Rückblick auf den 30. Spieltag der Saison 1997/98. Der VfB Stuttgart muss auswärts gegen Schalke 04 ran. Bereits nach zehn Minuten scheinen die Gastgeber dem Sieg entgegenzuspielen. 2:0 lautet damals der Spielstand. Stuttgart schien dem Offensivdrang der Schalker nichts entgegensetzen zu können.
1998 siegten wir auf Schalke 4:3. Heute bitte nochmal so – und dann mit breiter Brust in die Relegation. Auf geht’s, VfB! #S04VfB #aufgehtsstuttgart #kämpfenundsiegen pic.twitter.com/GrubyhkPW4
— VfB Stuttgart (@VfB) May 18, 2019
Doch dann drehte sich die Partie zunächst. Jonathan Akpoborie und Gerhard Poschner sorgen damals für den Ausgleich noch vor der Pause. Nur eine Minute ist allerdings in Spielhälfte Nummer zwei vergangen, als Schalke schon wieder in Führung geht. 3:2.
VfB hofft auf Sieg gegen Schalke wie 1998: Der war alles andere als sicher
Danach geht es erst so richtig rasant los. "Sie wollen Atem holen? Keine Zeit! Wir mussten übrigens noch zehn weitere gute Chancen draußen lassen", kommentiert der Sprecher einer Spielzusammenfassung, die auf YouTube einzusehen ist.
Für die Stuttgart Fans entwickelte sich 1998 eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Mit glücklichem Ausgang. Nach dem Ausgleich folgte in der 90. Minute der Siegtreffer für die Schwaben.
VfB Stuttgart: Sieg gegen Schalke wie 1998 wirklich hilfreich?
Sicher - der 4:3-Sieg auf Schalke war damals spektakulär. Das Bibbern hatte sich am Ende gelohnt. Doch ob Trainer, Mannschaft und Fans sich tatsächlich auch heute so eine knappe Kiste wünschen sollten?
Klar ist: Ändern an der Situation würden weder ein enger noch ein deutlicher Sieg etwas. Ob der Nervenkitzel nun hilfreich für die erhoffte "breite Brust" in der Relegation ist oder nicht - das könnte sich zeigen, wenn gegen Schalke auch heute (15.30 Uhr) wieder so ein Sieg wie 1998 eingefahren würde.
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