80 Prozent mehr Wohngeldhaushalte

Nach Änderung im Gesetz: Mehr Menschen erhalten Wohngeld

  • Julia Cuprakowa
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Die Zahl der Haushalte, die in Deutschland Wohngeld beziehen, ist um 80 Prozent gestiegen. Es wird auch mehr gezahlt. Die staatlichen Ausgaben für diese Leistung haben sich mehr als verdoppelt.

Nach einer Änderung des Gesetzes ist die Zahl der Haushalte, die Wohngeld beziehen, stark gestiegen. Ende 2023 erhielten rund 1,2 Millionen Haushalte in Deutschland diese Leistung, 80 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Grund ist das zum 1. Januar 2023 in Kraft getretene Gesetz zur Erhöhung des Wohngeldes (Wohngeld-Plus-Gesetz), auf dessen Grundlage mehr Wohngeld gezahlt wird und mehr Menschen wohngeldberechtigt sind. Ab 2025 sollen weitere Gesetzesänderungen in Kraft treten, von denen noch mehr Menschen profitieren könnten. So soll eine Steuerreform mehr Netto vom Brutto für Arbeitnehmer bringen.

Wohngeld

Wohngeld wird einkommensschwachen Haushalten gewährt, damit diese sich angemessenen und familiengerechten Wohnraum leisten können. Die Höhe des Wohngeldanspruchs hängt von der Höhe des Einkommens, der Miete und der Zahl der Haushaltsmitglieder ab.
(Quelle:destatis.de)

Änderung des Gesetzes: Deutlich mehr Empfänger von Wohngeld

Wie „dpa“ berichtet, waren Ende 2023 in rund 98 Prozent der Wohngeldhaushalte alle Haushaltsmitglieder wohngeldberechtigt (sogenannte reine Wohngeldhaushalte). Rund zwei Prozent der Wohngeldhaushalte waren sogenannte wohngeldrechtliche Teilhaushalte, in denen sowohl Personen mit als auch ohne Wohngeldanspruch lebten.

Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch der reinen Wohngeldhaushalte lag Ende 2023 bei 297 Euro je Haushalt und damit um 106 Euro höher als vor Inkrafttreten des Wohngeld-Plus-Gesetzes Ende 2022. Der Wohngeldanspruch der wohngeldrechtlichen Teilhaushalte lag Ende 2023 bei 247 Euro und damit um 70 Euro höher als ein Jahr zuvor.

Tabelle zeigt – in diesen Bundesländern bezogen die meisten Haushalte (in Prozent) Wohngeld:

BundeslandAnteil an den Haupt- wohnsitzhaushalten, die Wohngeld bezogen
Mecklenburg-Vorpommern\t5,5 Prozent
Sachsen\t4,5 Prozent
Sachsen-Anhalt\t4,1 Prozent
Thüringen\t4,0 Prozent
Brandenburg\t3,6 Prozent

Wohngeld-Ausgaben von Bund und Ländern mehr als verdoppelt

Wegen der Änderung des Gesetzes haben sich die Ausgaben von Bund und Ländern auf 4,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 mehr als verdoppeln (plus 137 Prozent), teilt das Bundesamt unter Berufung auf das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen mit.

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