Soja, Quinoa, Erbsen und mehr

Radikale Änderung bei Lidl – diese Produkte schwinden aus dem Sortiment

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Weniger Fleisch, mehr Proteine: Der Discounter kündigt eine große Veränderung an. Wurst- und Fleischwaren-Fans müssen sich wohl bald umorientieren.

Brutzelnde Würste, ein krosses Steak, qualmende Grills und lachende Gesichter – die Bilder der Werbung in der Sommerzeit, der sogenannten „Grillsaison“, sind bekannt. Doch jetzt steht eine Revolution an: Der Discounter Lidl möchte sein Sortiment verändern.

Der Anteil tierischer Proteine in der angebotenen Produkt-Palette bei Lidl soll sich reduzieren. Im Gegenzug wird wohl der Anteil pflanzlicher Proteine bei Lidl steigen. Ob es bei entsprechender Werbung bleiben wird oder ob in der Sommerzeit bald vermehrt Werbebilder von gegrillter Paprika, Pilzen und Tofu auftauchen, bleibt abzuwarten.

Lidl setzt auf weniger Fleisch und mehr pflanzliche Produkte im Sortiment

Die große Veränderung hat der Chefeinkäufer Lidls für den deutschen Markt, Christoph Graf, gegenüber der „Lebensmittelzeitung“ angekündigt. Auf einer Messe in Berlin, der „Grünen Woche“, erklärte er auch warum: „Weil es keinen zweiten Planeten gibt“.

UnternehmenLidl
Gründung1973
DachorganisationSchwarz-Gruppe
GründerDieter Schwarz
Umsatz100,8 Milliarden EUR (2020)

Der Verzicht auf Fleisch oder zumindest die Reduzierung des Fleischkonsums kann nämlich einen großen Teil zum Umweltschutz beitragen. Indem große Lebensmittelgeschäfte ihre Sortimente entsprechend mit Alternativprodukten ausstatten, bieten sie ihren Kunden die Möglichkeit der Auswahl.

Radikale Sortiment-Änderung bei Lidl „alternativlos“ – Planet kommt an seine Grenzen

Graf sieht die Umstrukturierung des Sortiments als „alternativlos“ an. Die „planetaren Grenzen“ müssen beachtet werden, denn die Ressourcen der Erde müssen für die steigende Zahl der Weltbevölkerung ausreichen und das nicht nur heute, sondern für die Zukunft und die kommenden Generationen.

Deshalb meint Graf, „dass die jüngere Generation froh ist, wenn wir uns mit dem Thema beschäftigen.“ Er rechnet zwar nicht sofort mit einem Umsatzsprung, doch das geänderte Sortiment könnte bald als ein „Differenzierungsmerkmal“ zu anderen Lebensmittelgeschäften wahrgenommen werden.

Beim sogenannten Veganuary hat auch Kaufland Kunden mit besonderen Angeboten beim fleischlosen Einkauf unterstützt. Mit der „Lidl-Rettertüte“, setzt sich das Unternehmen generell für den Umweltschutz ein.

Zahlreiche Produktalternativen auf Basis pflanzlicher Proteine bereits im Sortiment

Denn Geschmäcker sind verschieden: Bei einer breiten Produktpalette mit Alternativprodukten ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, den Geschmack der Kunden zu treffen. Die Möglichkeiten Proteine auf pflanzliche Basis zu konsumieren sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Zahlreiche Alternativ-Produkte auf Basis von Soja, Erbsen, roten Linsen, Hanf oder Quinoa und Erdnüssen sind auf den Markt gekommen.

Trotz der Pläne zum Thema Umweltschutz gibt es seitens der „Deutschen Umwelthilfe“ Kritik an Lidls Ein- und Verkaufsstrategie. Dem Discounter wird der Boykott von Mehrwegverpackungen vorgeworfen. Doch der Discounter wehrt sich: Mit dem Recyclen seiner Pfandflaschen sieht sich Lidl sogar ganz vorne in Sachen Umweltschutz.

Rubriklistenbild: © Collage echo24.de: Fotos Olaf Kubasik/echo24.de und dpa/ FrankHoermann/SVEN SIMON

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