Licht, Wärme, Standort und Pflege

Cannabis selbst anbauen: Darauf müssen Konsumenten bei der Zucht achten

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Anbau und Besitz von Cannabis wird ab April legal. Konsumenten dürfen dann drei Pflanzen anbauen. Was es bei der Zucht im eigenen Garten zu beachten gibt.

In Deutschland vollzieht sich eine Wende in der Drogenpolitik. Nach langem Ringen hat die Bundesregierung einer Teillegalisierung von Cannabis zugestimmt. Auch der Bundesrat stimmte just dem neuen Gesetz zu. Ab dem 1. April 2024 soll der Besitz von Cannabis für den Eigenbedarf legal sein. Auch der Anbau begrenzter Mengen im privaten Garten soll dann erlaubt sein.

Mit Inkrafttreten des Gesetzes ist der Eigenanbau von drei Cannabispflanzen pro Person straffrei, sofern die Pflanzen für Minderjährige nicht zugänglich sind. Der Stichtag Anfang April ist gerade noch rechtzeitig, um bis spätestens Mitte Mai aussäen zu können. Allerdings dürfen noch keine Samen gekauft werden, wie echo24.de bereits berichtete.

Nach Cannabis-Legalisierung: Worauf Konsumenten bei der eigenen Zucht achten müssen

Nach der Teillegalisierung sollen also drei „lebende und weibliche“ Pflanzen im Eigenanbau erlaubt sein. Aber warum ausgerechnet „weiblich“? Das hat den Hintergrund, dass die Cannabispflanze zweihäusig ist, also männliche und weibliche Pflanzen ausbildet. Allerdings enthalten nur die Blütenknospen der weiblichen Cannabispflanzen hohe Mengen an sogenannten Cannabinoiden – vor allem THC.

THC

Tetrahydrocannabinol, kurz THC, zählt zu den psychoaktiven Cannabinoiden und ist der hauptsächlich rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze (Cannabis). (Quelle: flexikon.doccheck.com)

Nur weibliche Cannabispflanzen enthalten hohe Konzentrationen an Cannabinoiden (THC)

Da nur weibliche Pflanzen beziehungsweise Blütenknospen genügend THC enthalten, um später konsumiert werden zu können, sollten auch nur weibliche Pflanzen angebaut werden. Doch wie unterscheidet man weibliche von männlichen Pflanzen? Laut „krautundrueben.de“ erkennt man das Geschlecht der Pflanze erst bei der Blüte.

Während die Blüten der männlichen Cannabispflanze kleine Kugeln bilden, haben die weiblichen Pflanzen einen Stempel mit kleinen weißen Drüsenhaaren. Diese feinen Härchen (Trichome) sondern eine harzige Substanz ab, die eine hohe Konzentration an Cannabinoiden enthält. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf feminisierte Cannabis-Samen zurückgreifen. Diese bringen nur weibliche Pflanzen hervor.

Cannabis selbst anbauen: Ohne Sonnenlicht und Wärme geht es nicht

Sind die Samen gekauft, geht es ans Eingemachte. Da Cannabispflanzen Licht und Wärme lieben, muss der Standort sorgfältig ausgewählt werden. Am besten steht die Pflanze in einem Topf, damit sie jederzeit umgestellt werden kann und immer genug Sonne abbekommt. Die Cannabispflanze braucht:

  • Viel Sonne
  • Wärme
  • Wasser – keine Staunässe
  • Dünger

Die Aussaat sollte im Mai erfolgen, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen nachts nicht mehr unter den Gefrierpunkt fallen.

Cannabis selbst anbauen: Pflanzen brauchen viel Wasser und Dünger

Wenn der Topf mit den Samen in der Sonne steht und genügend Wärme erhält, keimen die Samen nach drei bis sieben Tagen. Während der Wachstumsphase benötigt die Pflanze ausreichend Wasser. Staunässe sollte aber vermieden werden. Für einen guten Ertrag muss die Pflanze außerdem regelmäßig gedüngt werden.

Unter perfekten Bedingungen kann eine Cannabispflanze 300–500 Gramm abwerfen. Im eigenen Garten kommt bei einer durchschnittlichen Ernte 20 bis 30 Gramm zusammen.

Konsumente, die eine üppige Ernte erzielen möchte, sollte einen speziellen Cannabis-Dünger verwenden, da die Pflanzen vor allem in der Blütephase viele Nährstoffe benötigen. Ob es der Pflanze gut geht, lässt sich leicht an den Blättern erkennen. Sind diese fleckig oder hängen sie herunter, sollten die Kulturbedingungen angepasst werden.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

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