Von wegen harmlos
Gefahr durchs Kiffen: Diese Risiken birgt das Rauchen von Cannabis
VonMichaela Ebertschließen
Die Cannabis-Legalisierung zu Genusszwecken – das plant Gesundheitsminister Karl Lauterbach derzeit. Doch wer die Droge konsumiert, sollte sich auch über die Risiken bewusst sein.
Ab und zu einen Joint rauchen – ganz legal? Die geplante Legalisierung von Cannabis könnte dies in Deutschland bald möglich machen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schlägt dafür „Cannabis-Social-Clubs“ vor. Kiffer-Vereine also. Bis zu 50 Gramm pro Monat dürfen dort dann erworben werden – so zumindest die Legalisierungspläne der Ampel-Regierung.
Besonders jüngere Menschen scheint diese Entwicklung zu freuen. Aber gerade für die ist der Konsum der getrockneten Pflanze besonders gefährlich. Zudem wird Cannabis von vielen als weiche Droge verstanden und somit verharmlost. Doch jeder, der zum Joint greift, sollte sich auch über die Risiken bewusst sein.
Cannabis-Legalisierung: Die akuten Gefahren beim Konsum
Und die können durchaus enorm sein. Laut der „Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen“ (DHS) kann Cannabis-Konsum – selbst wenn er nur einmalig stattfindet – durchaus akute, heftige Reaktionen hervorrufen. Dazu zählen:
- verminderte Reaktion und Merkfähigkeit
- Übelkeit
- Kältegefühl
- starker Speichelfluss
- verschwommenes Sehen
- depressive Verstimmung
- Angstgefühle
- Herzpochen
- Blutdruckabfall
- Schwindel
- Erinnerungslücken
- Orientierungslosigkeit
Gefahren durch Cannabis: Kiffen macht dumm – besonders bei Jugendlichen
Aber auch auf lange Sicht kann sich regelmäßiger Cannabis-Konsum negativ auf den menschlichen Körper auswirken. Besonders für Jugendliche und junge Erwachsene gilt die Droge dabei als besonders gefährlich: Immerhin befindet sich bis zum 25. Lebensjahr das menschliche Gehirn noch in der Entwicklung.
Bereiche, in denen sich viele der sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren befinden, entwickeln sich dann schlichtweg anders. Laut einer Studie aus dem Jahr 2021 kann regelmäßiges Kiffern somit Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen und sogar Intelligenzminderung verursachen.
Langfristige Folgen – das macht Cannabis-Konsum mit dem Körper
Aber auch für Erwachsene bleibt das Risiko von langfristigen Folgen bestehen. Laut der DHS besteht nicht nur Gefahr für den menschlichen Körper, sondern auch für die Psyche:
- Gehirn: Beeinträchtigung der Gehirnleistung – Wer Cannabis konsumiert, verliert die Fähigkeit klar zu denken und sein Handeln sinnvoll einzuschätzen. Berauschte Personen sollten deshalb niemals Fahrzeuge oder Maschinen bedienen – und keine Verantwortung für Kinder übernehmen. Wenn der Konsum eingestellt wird, können sich diese jedoch wieder zurückbilden.
- Lunge: Da Cannabis häufig wie Tabak geraucht wird (auch in Shishas oder Bongs), steigt das Risiko für Lungenfunktionsstörungen und Krebserkrankungen.
- Herz-Kreislauf-System: Cannabinoide nehmen Einfluss auf die Herzfrequenz und können diese steigern. Bestehende Herzfehler können sich dadurch verschlechtern.
- Psyche: Durch regelmäßigen Cannabis-Konsum können sich bestehende psychische Erkrankungen verschlechtern, diese verschlimmern oder schlummernde Psychosen ausbrechen. Häufig wird in diesem Zusammenhang von Depressionen und Angstzuständen berichtet.
Auch in der Schwangerschaft sollte – genau wie beim Alkohol – auf den Konsum der Droge verzichtet werden. Immerhin befindet sich dann der eigene Körper und auch der Körper des ungeborenen Kindes in einer empfindlichen Phase der Entwicklung.
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