Vom Budget-Snack zur Luxusmahlzeit?

Döner bald für 10 Euro? Kosten für beliebtes Essen steigen rasant an

  • VonMilea Erzinger
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Döner war lange das günstige Fast-Food der Wahl – doch jetzt droht ein drastischer Preisanstieg. Was steckt hinter den steigenden Kosten und wie geht es weiter?

Die Preise klettern unaufhörlich nach oben. Ob an der Zapfsäule oder beim Wocheneinkauf – überall müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Jetzt trifft es auch einen beliebten Klassiker der schnellen Küche. Der Döner, lange als günstiger Snack für zwischendurch bekannt, droht zum Luxusprodukt zu werden. Steigende Kosten zwingen erste Imbisse dazu, Kalbfleisch von der Karte zu streichen, und Experten prognostizieren, dass die 10-Euro-Marke bald geknackt wird. Doch was treibt die Preise in die Höhe? Die Ursachen reichen weit über die Dönerbude hinaus.

Kalbsdöner verschwindet: Warum Dönerläden auf Hähnchen umsteigen

In vielen Dönerbuden gehört Kalbfleisch längst der Vergangenheit an, weil es schlichtweg zu teuer geworden ist. Gastronomen stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Entweder sie verlangen für einen Kalbsdöner über zehn Euro oder sie streichen ihn komplett von der Karte. „Das zahlt keiner“, sagt ein Imbiss-Betreiber aus München, so RTL. „Unsere Kunden sind es gewohnt, für einen Döner maximal sechs oder sieben Euro hinzulegen.“

Die Konsequenz ist, dass immer mehr Dönerläden auf günstigere Alternativen wie Hähnchen oder Pute setzen. Für viele Döner-Liebhaber ist das jedoch kein gleichwertiger Ersatz, besonders in Städten, in denen Kalbsdöner traditionell beliebt ist. Die Preisspirale beginnt aber nicht erst in der Dönerbude, wie RTL berichtet. Nicht nur das – auch Schokoladen-Fans müssen künftig tiefer in die Tasche greifen.

Teurer Döner, teures Fleisch: Die Krise in der Landwirtschaft hat Folgen

Die steigenden Dönerpreise sind eine direkte Folge der Entwicklungen in der Landwirtschaft, so capital.de. Die Rinderbestände in Deutschland schrumpfen seit Jahren. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2014 noch 12,7 Millionen Rinder. Heute sind es nur noch 10,5 Millionen, ein Rückgang von rund 17 Prozent.

Die Ursachen dafür sind laut capital.de vielfältig. Steigende Betriebskosten für Futter, Energie und Transport belasten die Landwirte. Viele können die Kosten kaum noch stemmen. Der Arbeitskräftemangel führt dazu, dass Betriebe in Ostdeutschland schließen, weil schlicht das Personal fehlt. Ohne genügend Arbeitskräfte lassen sich Rinderhöfe nicht weiterführen. Strenge Vorschriften erschweren die Situation zusätzlich, schreibt RTL.

Schon kleine Verstöße, etwa eine verlorene Ohrmarke an einem Rind, können finanzielle Konsequenzen haben. Auch Klimaschutzmaßnahmen verändern die Branche. Die EU und Bundesregierung setzen auf strengere CO₂-Regulierungen in der Landwirtschaft, was die Fleischproduktion zunehmend unrentabel macht, so RTL weiter. Das schrumpfende Angebot treibt die Fleischpreise weiter in die Höhe, mit direkten Auswirkungen auf Fast-Food-Produkte wie Döner und Burger.

Könnte ein Döner bald über zehn Euro kosten?

Vom Snack zur Luxusmahlzeit: Fast-Food-Preise explodieren

Dass nicht nur der Döner teurer wird, zeigt sich auch bei großen Fast-Food-Ketten. McDonald‘s hat in den vergangenen Jahren kräftig an der Preisschraube gedreht. Ein Standard-Hamburger kostete Anfang 2022 noch 1,29 Euro und mittlerweile liegt der Preis bei 2,29 Euro, schreibt capital.de. Das ist ein Anstieg von fast 80 Prozent. Imbiss-Betreiber aus Heilbronn haben sich zu der Preissteigerung geäußert.

Auch Fast-Food-Ketten kämpfen mit höheren Kosten für Fleisch, Energie und Personal. McDonald‘s selbst hält sich mit genauen Erklärungen zurück, verweist aber darauf, dass Franchise-Nehmer die Preise individuell anpassen können. Die Entwicklung zeigt deutlich, dass günstiges Essen langsam zum Luxus wird, so capital.de. Für Döner-Liebhaber bedeutet das eine klare Tendenz nach oben. Ein Ranking von echo24.de zeigt, wo es in Heilbronn den besten Döner gibt.

Rubriklistenbild: © IMAGO BREUEL-BILD/Bernd Leitner