Senioren und Fahranfänger
Führerschein-Änderungen geplant: Strengere Auflagen betreffen Millionen Autofahrer
VonTobias Beckerschließen
Die Europäische Union (EU) spricht derzeit über neue Regeln für den Führerschein. Millionen Autofahrer sind betroffen, wenn die neuen Richtlinien in Kraft treten sollten.
Autofahrer aufgepasst, wenn diese Regeln eingeführt werden, ist das ein Hammer! Die Europäische Union (EU) diskutiert aktuell über diverse Veränderungen bei den Richtlinien für den Führerschein. Betroffen sind vor allem Fahranfänger und Senioren, wie verschiedene Medien, darunter „Focus“ und „Bild“, berichten. Es wäre demnach ein „Regulierungshammer“, andere sehen vielleicht ein drohendes Führerschein-Fiasko im Anmarsch. Doch um welche Regeln geht es?
Autofahrer aufgepasst: EU plant neuen Regel-Hammer für den Führerschein
Nach und nach müssen alte Führerscheine nun umgetauscht werden, so viel ist klar. Auch welche „Lappen“ als Nächstes vom Umtausch betroffen sind, wurde bereits berichtet. Doch es droht die nächste Neuerung – und das ist eine, die es in sich hat! Wie zunächst die österreichische Tageszeitung „Krone“ berichtete, könnte es bald heftige Einschränkungen beim Führerschein für Fahranfänger und für Senioren geben.
Die EU hat bereits am Dienstag über neue Führerscheinrichtlinien beraten. Bislang gelten die im Dezember 2006 eingeführten Richtlinien 2006/126/EG. Wann und ob es überhaupt zu den neuen Regeln kommt, ist noch nicht klar, dennoch schlagen die Pläne hohe Wellen, schließlich hätte eine Entscheidung für die Änderungen, Auswirkungen auf das Straßenverkehrsrecht in allen EU-Ländern. Doch um was geht es eigentlich?
Neue Führerschein-Regeln? Fahranfänger und Senioren besonders betroffen
Führerscheinanfänger sollen demnach strenger behandelt werden. So schreibt „bild.de“, dass es „gestaffelte Tempolimits nach Altersgruppen“ geben soll. Heißt: Fahranfänger dürfen in der Probezeit nur 90 km/h schnell fahren. Überholen auf der Autobahn? Fast unmöglich! Außerdem soll es nach der Probezeit eine erneute Fahrprüfung geben. Jedem EU-Staat wird zudem die Entscheidung freigestellt, ob es sogar ein nächtliches Fahrverbot für Neulingen geben soll, welches von Mitternacht bis sechs Uhr morgens gelten könnte.
Doch Fahranfänger sind nicht die einzigen, die betroffen sind. Auch für betagte Menschen könnte der Regel-Hammer weitreichende Folgen haben. Ab dem 60. Lebensjahr sollen Autofahrer ständig unter Beobachtung stehen. Denn ab da an wäre der Führerschein den neuen Regeln zufolge nur noch sieben Jahre gültig.
Ab dem 70. Lebensjahr reduziert sich die Gültigkeit auf fünf Jahre. Wer das 80. Lebensjahr überschritten hat, muss sogar alle zwei Jahre den „Lappen“ erneuern – natürlich auf eigene Kosten und mit umfangreichen medizinischen und psychologischen Untersuchungen. Am Ende soll dann die EU entscheiden, ob er Führerschein neu ausgestellt wird.
Regel-Hammer für SUV: Extra-Führerschein nötig
Ein weiterer Punkt im Regel-Hammer ist sehr umstritten, denn es geht um einen „Gewichtsgrenze“. Dabei handelt es sich nicht um die Person, die fährt, sondern um den PKW. Demnach soll eine Führerschein-Klasse B+ eingeführt werden, mit der es ermöglicht werden soll, auch größere Fahrzeuge zu fahren, wie einen SUV. Die Führerschein-Klassen verändern sich schon durch den anstehenden Umtausch. Wer die Frist verpasst, muss mit einem Bußgeld rechnen, wie „Ruhr24“ schreibt.
Doch bei der geplanten Regeländerung der EU, kommt nicht nur die neue Klasse B+ hinzu, sondern auch eine Altersgrenze. Demnach kann solch eine Fahrerlaubnis für größere Autos erst ab dem 21. Lebensjahr erworben werden. Bislang liegt die Höchstgrenze bei 3500 Kilogramm, künftig würde sie dann auf 1800 Kilogramm gesenkt werden. Hintergrund der Regel: Das Fahren großer Autos soll so erschwert werden oder für Menschen unter 21 sogar unmöglich gemacht werden. Immerhin: Bestehende Führerscheine sollen von den Neuerungen wohl nicht betroffen sein.
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