Diese Filialen bleiben

Fünf Galeria Kaufhof-Filialen schließen doch nicht – Hoffnung für weitere Standorte

Galeria sucht Rettung per Schutzschirmverfahren
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Galeria Karstadt Kaufhof – diese Einigung macht vielen Filialen Hoffnung. Management und Betriebsrat einigen sich auf Eckpunkte.
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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52 Filialen von Galeria Kaufhof sollten geschlossen werden – nun streicht der Konzern doch fünf Standorte von der Liste: Sie dürfen bleiben und werden modernisiert.

Galeria Karstadt Kaufhof ist insolvent. Am Montag wurde verkündet, dass 52 Filialen von Galeria Kaufhof geschlossen werden sollen – darunter auch Standorte in Baden-Württemberg. Fünf Städte und zahlreiche Galeria-Beschäftigte können nun Aufatmen, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet. Nach Zugeständnissen der Vermieter nimmt der Warenhauskonzern die Filialen in Bayreuth, Erlangen, Oldenburg, Rostock und Leipzig von der Schließungsliste.

Galeria Karstadt Kaufhof wird fünf Warenhäuser weniger schließen als noch zu Wochenbeginn angekündigt. Die Zahl der geplanten Filialschließungen bei Deutschlands letztem großen Warenhauskonzern verringert sich damit auf 47. Die Zahl der fortgeführten Häuser steigt auf 82. Für einige weitere Filialen gibt es ebenfalls noch Hoffnung. Die Modekette Aachener will mehrere Standorte von Galeria Kaufhof übernehmen.

Modekette Aachener zeigt Interesse an Galeria Kaufhof Filialen in ganz Deutschland

Der Geschäftsführer der Modekette Aachener, Friedrich-Wilhelm Göbel, sagte der „dpa“, er habe Interesse an mehreren von der Schließung bedrohten Standorten. Es gebe momentan keine vertragliche Regelung mit Galeria, aber beidseitig unterschriebene Verträge mit Vermietern, sagte der Manager. Diese greifen demnach, sobald eine Kündigung von Galeria eingeht – was bislang aber noch nicht passiert sei.

Göbel versprach, man werde „allen Mitarbeitern der betroffenen Filialen ein Angebot machen, für uns zu arbeiten. Ohne Ausnahme.“ Zur Anzahl der Häuser, die zu Aachener-Filialen werden sollen, sagte Göbel: „Ich glaube, es werden zehn. Es könnten auch 25 werden“ Seiner Aussage nach geht es um Filialen in ganz Deutschland. Aachener betreibt bislang sieben Filialen in Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Göbel war vorher Chef der Modekette Sinn.

Galeria hatte am Montag angekündigt, 52 der zuletzt noch 192 Warenhäuser zu schließen. Auch tausende Arbeitsplätze sollen im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens gestrichen werden.

Neues Konzept und Modernisierung für die verbleibenden Kaufhof-Filialen

Der Warenhauskonzern hatte Ende Oktober die Rettung in einem Schutzschirm-Insolvenzverfahren suchen müssen. Als Grund für die bedrohliche Lage des Unternehmens nannte Konzernchef Miguel Müllenbach damals die explodierenden Energiepreise und die Konsumflaute in Deutschland. Der Gesamtbetriebsrat machte allerdings auch Managementfehler mitverantwortlich für die Krise des Konzerns.

Nach den Plänen des Warenhauskonzerns sollen die verbleibenden Filialen in den kommenden drei Jahren allesamt umfassend modernisiert werden. In Zukunft will sich der Konzern bei seinem Angebot vor allem auf die Bereiche Bekleidung, Schönheitspflege und Wohn-Accessoires konzentrieren. Bei der Gestaltung ihres Sortiments sollen die Filialen außerdem mehr Eigenständigkeit erhalten.

Mit Blick auf das geplante Maßnahmenpaket sagte Galeria-Chef Miguel Müllenbach: «“as Warenhaus in Deutschland hat damit eine Zukunft.“ Allerdings muss vor dem Neustart noch die Gläubigerversammlung am 27. März in Essen grünes Licht dafür geben. Lehnt sie den Insolvenzplan ab, droht dem Unternehmen das sofortige Aus.

Es ist bereits der zweite Versuch, den Handelsriesen durch ein Schutzschirmverfahren und den damit verbundenen Schuldenschnitt wieder dauerhaft auf Erfolgskurs zu bringen. Ein erster Anlauf, der 2020 während des ersten Corona-Lockdowns gestartet worden war, hatte dem Unternehmen trotz der Schließung von rund 40 Filialen, dem Abbau von etwa 4000 Stellen und der Streichung von mehr als zwei Milliarden Euro an Schulden nur vorübergehende Entlastung gebracht.