Kunden müssen mehr zahlen

Höhere Netzentgelte ab 2025: Wem der Gaspreis-Hammer droht

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Zum Jahreswechsel 2024/2025 könnten die Gaspreise in Deutschland deutlich steigen. Grund sind Erhöhungen der Gasnetzentgelte. Experten raten Verbrauchern, ihren Versorger zu prüfen.

Das Jahr 2024 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und viele Menschen in Deutschland freuen sich auf das kommende Jahr 2025. Kein Wunder, soll es doch einige positive finanzielle Überraschungen mit sich bringen. Arbeitnehmer sollen durch eine Steuerreform mehr Netto vom Brutto haben. Auch Millionen Rentner können sich über mehr Geld freuen. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten für Verbraucher. Laut „verivox.de“ drohen die Gaspreise 2025 deutlich zu steigen.

Höhere Netzentgelte ab 2025: Gaspreise drohen deutlich zu steigen

Im Herbst, zu Beginn der Heizsaison, bleiben die Erdgaspreise für Haushalte in Deutschland laut „verivox.de“ weitgehend stabil. Doch das könnte sich ab dem kommenden Jahr ändern. Denn zum Jahreswechsel drohen flächendeckende Gaspreiserhöhungen. Grund sind Erhöhungen der Gasnetzentgelte um bis zu 56 Prozent.

Im Klartext heißt das: Wer ein Einfamilienhaus heizt, muss ab dem kommenden Jahr bis zu 445 Euro mehr bezahlen. Das hat eine Untersuchung der bereits veröffentlichten Gasnetzentgelte für das Jahr 2025 durch das Vergleichsportal Verivox ergeben. Hinzu kommt, dass der CO₂-Preis steigt, was die Heizkosten zusätzlich in die Höhe treiben dürfte, wie echo24.de bereits berichtete.

Gaspreise drohen 2025 deutlich zu steigen – Betreiber geben hohe Netzgebühren an Kunden weiter

Der durchschnittliche Gaspreis in Deutschland liegt im Oktober 2024 bei 11,24 Cent/kWh, was jährlichen Kosten von 2.248 Euro für ein Einfamilienhaus entspricht. Setzt sich der Trend steigender Gasnetzentgelte fort, steigt der durchschnittliche Gaspreis um rund 5 Prozent auf 11,76 Cent/kWh (2.351 Euro bei 20.000 kWh). Wer richtig heizt, kann bares Geld sparen. echo24.de verrät einige Tricks, um die Räume warmzuhalten und gleichzeitig Energie zu sparen.

Gaskunden müssen sich ab 2025 auf höhere Heizkosten einstellen: Der CO₂-Preis steigt weiter an. Und damit drohen ziemlich hohe Rechnungen.

„Da die Gasnetze Monopole und die Netzgebühren staatlich reguliert sind, können sich die Haushalte diesen höheren Kosten nur schwer entziehen, denn die Gasversorger geben die Netzgebühren in der Regel direkt an ihre Kunden weiter“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Deshalb rechnen wir zum Jahreswechsel mit steigenden Gaspreisen. Betroffene Haushalte sollten dann prüfen, ob es einen günstigeren Gasanbieter gibt, denn die Preisunterschiede zwischen den Anbietern können mehr als 1.000 Euro im Jahr betragen.“

Gaspreiserhöhung – in diesen Bundesländern ist der Anstieg am höchsten

Zwar berichtet „Verivox“ von einer bundesweiten Erhöhung der Gaspreise, allerdings steigen die Preise in den neuen Bundesländern stärker als in den alten. Dies berichtet auch „berliner-kurier.de“.

Im Durchschnitt steigen die Gasnetzentgelte am stärksten in:

  • Sachsen-Anhalt (+43 Prozent)
  • Brandenburg (+39 Prozent)
  • Sachsen (+34 Prozent)
  • Niedersachsen (+30 Prozent)
  • Bremen (+29 Prozent)
  • Baden-Württemberg (+24 Prozent)

Höhere Gasnetzgebühren ab 2025 – Deutschland soll bis 2045 klimaneutral werden

Doch warum steigen die Netzgebühren so stark? Hintergrund für die starken Erhöhungen im kommenden Jahr sind neue Regeln, die die Bundesnetzagentur im Sommer festgelegt hat. Sie stand vor folgendem Problem: Weil Deutschland bis 2045 CO₂-neutral werden will, müssen bis dahin alle Erdgasheizungen in Wohnungen durch klimafreundlichere Varianten ersetzt werden. Das bedeutet, dass ab sofort jedes Jahr weniger Kunden Erdgas beziehen werden.

Die Verteilnetze können aber nicht in gleichem Maße abgebaut werden, sondern müssen für immer weniger Kunden bereitgehalten werden. Die Netzentgelte sollen den Betrieb dieser Netze bezahlen. Wenn also die Betriebskosten für die Netzbetreiber gleich bleiben, es aber immer weniger Kunden gibt, muss jeder Kunde ein höheres Entgelt zahlen. Zudem würden auch die später anfallenden Rückbaukosten, die ebenfalls über die Netzentgelte bezahlt werden, nur noch von wenigen Kunden getragen werden.

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