Glühweine im Öko-Test enttäuschen
Glühwein im Öko-Test: „Ausreichend“ – diese Marke schneidet am schlechtesten ab
VonGertrud Hagenmeyerschließen
Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung hat Öko-Test mehrere Glühweine genauer unter die Lupe genommen. Einige können mit der Bestnote „sehr gut“ glänzen.
Glühwein ist ein beliebtes Getränk in der Adventszeit, und daher hat sich das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ dazu entschlossen, zahlreiche Getränke genauer zu prüfen. Die bislang veröffentlichten Ergebnisse betreffen neun dieser Glühweine. Während vier mit der Bewertung „sehr gut“ abschneiden konnten, wiesen andere Produkte Pestizidrückstände auf, was zu negativen Bewertungen führte.
Glühweine im Öko-Test: Vier Getränke überzeugen beim Geschmack und bei den Inhaltsstoffen
Folgende Glühweine wurden genauer unter die Lupe genommen:
- „Alnatura Glühwein“
- „Heißer Hirsch“
- „Premium Glühwein, rot“ (Aldi Nord)
- „Voelkel Hygge Glühwein, rot“
- „GWF Winzerglühwein, rot“
- „Christkindles Markt-Glühwein, rot“
- „Weihnachts Glühwein, rot“ (Norma)
- „WVB Glühwein Premium, rot“
- „Omas Glühwein“.
Mit „gut“ bewertet wurde der „GWF Winzerglühwein, rot“. Als schlechtestes Produkt wurde „Omas Glühwein“ mit der Note „ausreichend“ beurteilt. Zu den Siegern mit Note „sehr gut“ wurden die Getränke von Alnatura und Aldi Nord bewertet. Die restlichen Produkte wurden mit der Note „befriedigend“ bewertet.
Glühwein im Test: Aromatisierung mit synthetisch hergestelltem Vanillin Aroma
Geschulte Sensorik-Experten haben die Produkte verkostet und hatten an drei Weinen etwas zu bemängeln. Im „Christkindles Markt-Glühwein“ erbrachte die chemische Analyse des von Öko-Test beauftragten Spezial-Labors den mit Abstand höchsten Vanillin-Gehalt, aber auch bei „Omas Glühwein“ und dem „Weihnachts Glühwein“ von Norma war der Vanillin-Gehalt erhöht.
Von den drei betroffenen Weinen enthielt keine Probe ein nachweisbar authentisches Vanille-Aromaspektrum. Dies deutet auf synthetisch oder biotechnologisch hergestelltes Vanille-Aroma hin und brachte in der Bewertung eine Note Abzug. Nach Meinung der Tester haben Lebensmittel mit natürlichen Zutaten und Gewürzen eine höhere Qualität.
Rückstände von Pestiziden und Spritzgiften im Glühwein. Bio-Produkte sind pestizidfrei
Lediglich die drei Bio-Produkte, die auch zu den Testsiegern gehören, sind pestizidfrei. In den Labortests konnten die Experten bei den anderen Glühwein-Marken Rückstände von Chemikalien feststellen. In allen sechs konventionellen Glühweinen wurden laut Laboruntersuchung Spuren mindestens eines Pestizids gefunden. Bei zwei dieser Glühweine fand das Labor sogar Spuren von jeweils drei Spritzgiften.
Der „WVB Glühwein Premium, rot“ enthielt zwei besonders bedenkliche Rückstände, darunter „Iprovalicarb“, das laut Europäischer Chemikalienagentur ECHA als „vermutlich krebserregend“ eingestuft wird.
Bei Glühwein ist noch keine gesetzliche Auflistung der Zutaten erforderlich
In diesem Zusammenhang ist den Testern beim Nachmessen auch aufgefallen, dass die Zuckergehalte der einzelnen Glühweine sehr stark variieren, teilweise mit Unterschieden von über 20 Gramm pro Liter. Die Glühwein-Hersteller sind bisher noch nicht verpflichtet, alle verwendeten Zutaten auf ihren Flaschen aufzulisten. Erst ab 8. Dezember 2023 wird sich das ändern, was aber die getesteten Glühweine im Öko-Test noch nicht betrifft.
Vorbildlich ist bereits jetzt die Deklaration der Zutaten von „Omas Glühwein“ und „Alnatura Glühwein“. Die genauen Ergebnisse des Glühwein-Tests von Öko-Test, einschließlich der weiteren 15 Produkte, sollen ab dem 1. Dezember 2023 verfügbar sein.
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