Weniger Licht am Tag
Vom Sommer zum Winter: So verkürzen sich die Tage wirklich
- VonMilea Erzingerschließen
Ab dem Herbst wird es scheinbar immer schneller dunkel. Doch woran liegt das und entspricht das der Realität? Das steckt hinter dem Jahreszeitenwechsel.
Mit dem Wechsel der Jahreszeiten ändert sich nicht nur die Natur, sondern auch das Licht, das unseren Alltag prägt. Plötzlich wird das Aufstehen zur Herausforderung, weil es morgens bereits dunkler ist und die Abende ebenfalls schneller dunkel werden. Besonders auffällig ist das im Herbst, wenn die Tage scheinbar im Eiltempo kürzer werden. Aber wie gleichmäßig verkürzen sich die Tage zwischen Sommer und Winter?
Frühlingserwachen: Wie die Tage nach dem Winter rasant länger werden
Nach dem 21. Dezember, dem Winteranfang, beginnt der langsame Anstieg der Tageslängen. In den ersten Wochen des neuen Jahres gewinnt jeder Tag nur einige Sekunden an Licht. Diese langsame Zunahme ist vor allem den winterlichen Bedingungen und der tief stehenden Sonne geschuldet, erklärt „wetter.de“. Doch je näher der Frühling rückt, desto schneller verändert sich die Situation. Im März, insbesondere um den Frühlingsanfang, können bis zu vier Minuten zusätzliches Tageslicht pro Tag verzeichnet werden.
Für Köln beispielsweise bedeutet das, dass am 20. März theoretisch 12 Stunden und 9 Minuten Tageslicht zur Verfügung stehen, und am 21. März sind es bereits 12 Stunden und 13 Minuten, so „wetter.de“. Am Ende des Monats kann die Tageslänge sogar um fast zwei Stunden zunehmen.
Der längste Tag des Jahres: Wenn die Sonne in Südwestdeutschland bis zu 16 Stunden scheint
Am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, erreichen die Tageslängen dann ihren Höhepunkt. In Südwestdeutschland beispielsweise kann die Sonne bis zu 16 Stunden und 12 Minuten scheinen. Nach der Sommersonnenwende wird die Veränderung in der Tageslänge jedoch wieder subtiler, erklärt „geo.de“.
Die Sonne geht nicht nur später unter, sondern die Abnahme der Tageslänge verläuft ebenfalls langsamer. Die Tage werden kürzer, aber nicht mit der gleichen Geschwindigkeit wie im Frühling oder Herbst. Ebenso steigt in der dunkleren Jahreszeit auch das Unfallrisiko für Motorradfahrer.
Acht Stunden weniger Licht: So beeinflusst die geografische Lage die Tageslängen
Mit dem Einsetzen des Herbstes kommt es zu einem deutlichen Wechsel. Insbesondere im September zeigt sich, dass die Tage schneller kürzer werden. Der Eindruck, dass es schneller dunkel wird, sei kein Trugschluss, klärt „weather.com“ auf. Tatsächlich nimmt die Tageslänge um die Zeit der Tag-und-Nacht-Gleiche Ende September deutlich zu – hier sind es oft mehr als vier Minuten, die pro Tag abgenommen werden.
In Städten wie München beispielsweise werden die Tage gegen Ende September um etwa drei Minuten und 28 Sekunden kürzer, während es in Hamburg sogar vier Minuten und 12 Sekunden sind. Diese unterschiedlichen Abnahmen hängen mit der geografischen Lage und der Neigung der Erdachse zusammen, so „geo.de“.
Die kürzesten Tage des Jahres werden am 21. Dezember erlebt, wenn die Sonne in Deutschland nur etwa 8 Stunden und 13 Minuten am Himmel steht. Das markiert den Wendepunkt im Jahreszyklus. Die Unterschiede zwischen Sommer- und Wintertagen sind deutlich – in Deutschland beträgt der Unterschied etwa 8 Stunden.
Erdachse und Tageslicht: Wie 23,5 Grad den Jahreszyklus beeinflussen
Die unterschiedlichen Tageslängen im Jahresverlauf sind das Resultat der Neigung der Erdachse, die etwa 23,5 Grad beträgt. Diese Neigung beeinflusst, wie die Sonnenstrahlen auf die Erde treffen und sorgt dafür, dass sich die Sonnenstrahlen zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich verteilen, wie „weather.com“ erläutert. In Äquatorregionen bleibt die Tageslänge weitgehend konstant, während die Pole je nach Jahreszeit entweder wochenlang hell oder dunkel sind.
Darüber hinaus spielt die Umlaufbahn der Erde laut um die Sonne laut „weather.com“ ebenfalls eine entscheidende Rolle. Die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel beschreibt eine sinusförmige Kurve. Diese Kurve flacht an den Scheitelpunkten, also zur Sommer- und Wintersonnenwende, ab und erreicht ihre größte Steigung während der Tag-und-Nacht-Gleichen. In diesen Übergangszeiten ändern sich die Deklination und damit die Tageslänge besonders stark.
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