Auswertung vom Smhaggle
Studie verrät – so viel lässt sich mit Lidl Plus, Kaufland Card und Co. sparen
VonJulia Cuprakowaschließen
Kunden von Kaufland, Lidl, dm und Co. nutzen beim Einkauf häufig eine Bonuskarte wie Payback, Kaufland Card oder Lidl Plus. Das Ziel: Sparen! Doch gibt man mit solchen Bonusprogrammen wirklich weniger Geld aus?
Mittlerweile bieten alle großen Supermärkte und Discounter in Deutschland ein Bonusprogramm an. Ob Payback, dm, Deutschland Card, Kaufland Card oder Lidl Plus. Der Grund: Mit Sparprogrammen und Bonuskarten oder Apps lassen sich mehr Kunden in die Läden locken. Aber auch die Kunden profitieren von solchen Programmen. Denn mit Kundenkarte und Co. lässt sich viel Geld sparen. Doch stimmt das wirklich? Eine aktuelle Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis.
Vergleichsportal führt Studie durch – das lässt sich mit Kaufland Card, Lidl Plus und Co. tatsächlich sparen
Das Preisvergleichsportal Smhaggle hat für eine aktuelle Studie über 3,5 Millionen Kassenbons ausgewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd. Rund 41 Prozent der eingereichten Kassenzettel enthielten einen Rabatt durch ein Bonusprogramm. Die Ersparnis war allerdings gering. Hintergrund: Die Coupons gelten nur für wenige Produkte oder ab einem bestimmten Einkaufswert.
Selbst wenn ein Haushalt bei jedem Einkauf in verschiedenen Supermärkten, Drogerien oder Discountern ein Bonusprogramm nutzt, könnte er nur 1,5 Prozent der Gesamtausgaben sparen. „Das gilt unabhängig davon, ob Payback, DeutschlandCard, Lidl Plus, Kaufland Card, Rewe, Penny, Edeka, Netto oder die Rossmann-App genutzt werden“, heißt es in der Studie.
Coupons, Bonusprogramme oder Apps als Lockmittel – Verbraucher tauschen Rabatte gegen Daten
Doch wie funktionieren solche Bonusprogramme eigentlich? Auch wenn sich alle Sparprogramme im Detail unterscheiden, ist das Geschäftsprinzip immer dasselbe: Kunden erhalten Rabatte oder Prämien, wenn sie ihre Daten zur Verfügung stellen. Gesammelt werden zum Beispiel Name, E-Mail-Adresse und Einkaufspräferenzen.
„Man könnte es vereinfachen: Mehrwert gegen Daten“, erklärt Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Mit Hilfe der Daten könnten die Unternehmen zum einen maßgeschneiderte Angebote für einzelne Kunden erstellen, zum anderen aber auch Marketing- und Vertriebsmaßnahmen besser auf die gesamte Kundschaft abstimmen, wie „focus.de“ berichtet. Grundsätzlich sind solche Rabattprogramme vor allem ein Lockmittel, um Kunden in die Läden zu locken.
Datenschützerin Hansen sieht die Gefahr, dass die Bürger durch die Datensammelwut der Unternehmen zu gläsernen Kunden werden. „Kundenprogramme, die auf der Analyse des Einkaufsverhaltens basieren, ermöglichen nicht nur Einblicke in den Einkaufskorb, sondern auch in den Haushalt und sogar in die eigene Persönlichkeit.“ Wer die Einkaufsdaten einer Person über einen längeren Zeitraum sammelt, kann Rückschlüsse auf Haushaltsgröße, Feste und Gäste, Markenbewusstsein, Ess- und Trinkgewohnheiten und sogar den Gesundheitszustand ziehen.
Neben Spar- und Bonusprogrammen – so können Verbraucher auch sparen
Coupons und Apps? Ja, aber es gibt noch andere Möglichkeiten, beim Einkaufen Geld zu sparen. Verbraucherinnen und Verbraucher können zum Beispiel Prospekte und Angebote nutzen. Auch wer kurz vor Ladenschluss einkauft, kann sparen. Denn gerade abends gibt es oft günstige Angebote – zum Beispiel an der Gemüse-, Obst-, Fleisch- oder Joghurttheke. Auch auf dem Wochenmarkt oder beim Bäcker kann man bis zu 50 Prozent sparen.
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