Streiks sorgen für Frust

Leere Regale bei Kaufland, Rewe und Co. – auf welche Produkte Kunden verzichten müssen

  • Tobias Becker
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Die Regale bei Kaufland, Edeka und Rewe sind teils leer. Der Grund: Ein Tarifstreit, der seit Monaten anhält. Doch wie lange müssen Kunden beim Einkauf noch verzichten?

Der Wocheneinkauf wird für manche Kunden wohl zum Ärgernis, je nachdem was gerade gefragt ist. Der Grund: Manche Regale bei Kaufland, Edeka und Rewe bleiben leer. Schon in den vergangenen Wochen dürfte die ein oder andere Lücke, in der Produkte fehlen, ins Auge gestochen sein. Doch wie lange bleibt es so, wer ist betroffen und was ist der Hintergrund?

Leere Regale bei Kaufland, Rewe und Edeka: Tarifstreit sorgt für Lieferprobleme

Dass einige Regale schlecht befüllt oder gar leer bleiben, liegt an Lieferengpässen bei den Discountern und Supermärkten. Zu den fast schon üblichen Problem kommen nun der Tarifstreit zwischen Gewerkschaften und Handelsunternehmen. Seit Monaten suchen Verdi und der Handelsverband Deutschland nach einer Lösung – ohne Erfolg.

Die Folge aus den kaugummiähnlichen Verhandlungen: Es kommt zu Streiks und dadurch auch zu Lieferproblemen. So berichtet das „Handelsblatt“, dass frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse sowie Fleisch- und Wurstwaren in den Lagern liegen bleiben und in den Regalen fehlen könnten. Wie zu Coronazeiten gilt das auch für Toilettenpapier, dem damals Hamsterkäufe zum Verhängnis wurden.

Gegenüber „IPPEN.Media“ erklärte Kaufland beispielsweise: „Derzeit kann es regional bei vereinzelten Artikeln in unserem Sortiment zu Lieferverzögerungen kommen. Wir stehen in enger Abstimmung mit unserer Logistik, dass diese schnellstmöglich behoben werden. Aufgrund unseres großen Sortiments ist die Warenversorgung für unsere Kunden jedoch grundsätzlich sichergestellt.“

Leere Regale wegen Lieferproblemen: Diese Supermärkte sind vom Streik betroffen

Über die Gehälter von Kaufland und Lidl hat echo24.de bereits berichtet. Betroffen ist aber nicht nur Kaufland, sondern einige weitere Branchenriesen: Rewe und Edeka, die Töchter Netto und Penny. Die heftigsten Auswirkungen, also leere Regale, wird es wohl in Nordrhein-Westfalen und Bayern geben, denn schließlich sind die Streiks dort am größten.

Auch Kaufland ist von Lieferschwierigkeiten betroffen.

Gerade kleinere und mittlere Filialen dürften Probleme bekommen, da die Lager oft nicht ganz so groß sind und deshalb weniger Bestand vor Ort ist. Hinzu kommt, dass es in großen Filialen meist mehr Alternativen zu den nicht vorhandenen Produkten gibt. Ein Ende der Streiks ist zudem noch nicht in Sicht – im Gegenteil!

Verhandlungen laufen seit Monaten, Weihnachtsgeschäft betroffen

Bislang wird regional in allen 16 Bundesländern verhandelt, doch der Handelsverband Deutschland hat nun den Vorschlag gemacht, ein Spitzengespräch auf Bundesebene zu führen. Auf Landesebene sehen die Handelsverbände wohl „keinen Sinn“ mehr in weiteren Verhandlungsrunden, wie „Handelsblatt“ berichtet. Allerdings kommt der Vorschlag nicht gut an bei Verdi, da es ein Gespräch „mit genau den Personen, welche bislang monatelang eine Verbesserung der Angebote verhindert haben“ sei.

Zudem sagt Verdi-Vorständin Silke Zimmer laut „Handelsblatt“ auch: „Wer Verhandlungen absagt, provoziert Streiks im Weihnachtsgeschäft.“ Kaufland, Rewe, Edeka und andere Branchenriesen könnten demnächst also immer mehr dünn bestückte Regal haben. Für Kunden beim Einkauf ein großes Ärgernis.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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