Zweite Stufe tritt in Kraft

Nach Cannabis-Legalisierung: Vereine können ab Juli Anträge für Anbau einreichen

  • Julia Cuprakowa
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Nach der Freigabe von Cannabis für Erwachsene tritt eine zweite Phase in Kraft. Ab dem 1. Juli können Verbände Anträge für den Anbau einreichen. Eine Freiburger Behörde spielt dabei eine wichtige Rolle.

Seit April ist Cannabis in Deutschland teilweise legal. Der Besitz und der Anbau zu Hause für den Eigenbedarf sind erlaubt. Gras in einem Social Club zu kaufen, war bisher jedoch nicht möglich, da die Clubs noch keine Genehmigung für den Anbau hatten. Das soll sich nun ändern. Wie die „dpa“ berichtet, können ab diesem Montag (1. Juli) auch in Baden-Württemberg Vereine eine Erlaubnis zum Anbau von Cannabis beantragen.

Landesweit zuständig ist das Regierungspräsidium Freiburg, wie die Behörde mitteilte. Es rechnet mit einer dreistelligen Zahl von Anträgen der Anbauverbände im Land – also mit mindestens 100. Bis zum Stichtag seien noch keine Anträge eingegangen, sagte eine Sprecherin in Freiburg auf dpa-Anfrage.

Nach Legalisierung von Cannabis – Anbauvereine für Cannabis können Anträge stellen

Drei Monate nach der Freigabe von Cannabis für Erwachsene und den privaten Anbau mit zahlreichen Auflagen tritt am 1. Juli eine zweite Stufe in Kraft. Ab dann können nicht-kommerzielle Anbauvereine mit bis zu 500 Mitgliedern an den Start gehen. Volljährige dürfen dann gemeinsam Cannabis anbauen und untereinander zum Eigenkonsum abgeben. Die Vereine müssen allerdings zunächst eine Genehmigung beantragen. Regelmäßige Kontrollen sind vorgesehen.

Der Vorsitzende des Vereins Holy Green Paradise CSC im badischen Lahr, Willi Erling, sagte auf Anfrage, man sei bereit für den Behördenantrag. „Wir sind gut aufgestellt. Wir stehen in den Startlöchern.“ Mit einer ersten Ernte in seinem Verein rechnet er erst Anfang nächsten Jahres. Derzeit zählt der Verein 187 aktive Mitglieder. Doch es sollen mehr werden: „Ich rechne damit, dass wir in den nächsten Monaten voll sind“, sagte Erling mit Blick auf die Marke von 500 Mitgliedern. Rund 300.000 Euro müssten in den Verein investiert werden, schätzt er. Deshalb sei man auch auf der Suche nach einem Investor.

Anbauvereine für Cannabis können Anträge stellen – Bearbeiten von Anträgen kann dauern

Die Anträge der Vereinigungen können bei der Freiburger Behörde per Post oder per E-Mail eingereicht werden. Sie prüft unter anderem, ob die Verantwortlichen der Anbauverbände zuverlässig sind. Auch das Gesundheits- und Präventionskonzept der Vereine werde geprüft, so die Sprecherin. Zudem müsse der Produktionsstandort besonders gesichert sein.

„Wie lange es bis zur Genehmigung dauert, hängt unter anderem von der Vollständigkeit und Qualität der eingereichten Unterlagen ab“, so die Sprecherin. Die Antragstellerinnen und Antragsteller wurden bereits im Vorfeld um Geduld gebeten. Für die Überwachung der Anbauverbände ist landesweit das Regierungspräsidium Tübingen zuständig.

Rubriklistenbild: © IMAGO / mix1 / David Diaz Arcos/dpa / Collage: echo24.de

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