Steigende Strompreise
Kühlschrank als Stromfresser: So die Kosten einfach im Blick behalten
- VonTom Markertschließen
Die meisten Kühlschränke laufen das ganze Jahr über und können sich dadurch zu großen Stromfressern entwickeln. Wir zeigen, wie man mit hilfreichen Tools den Überblick behält und was bei der Neuanschaffung zu beachten ist.
Etwa seit den 1950er Jahren brummt er in deutschen Haushalten: Der Kühlschrank. Er gehört zur Grundausstattung jeder Küche und ist seit jeher das beste Mittel, um Lebensmittel möglichst lange frisch zu halten. In vielen Küchen befinden sich aufgrund der meist hohen Langlebigkeit von Kühlschränken oftmals noch sehr veraltete Geräte.
Unter anderem, weil bei der Anschaffung häufig besonderes Augenmerk auf den Anschaffungspreis und das Füllvolumen gelegt wird. So werden die Geräte oft gebraucht gekauft oder Altgeräte in der Familie weitergereicht.
Sparen durch weniger Stromverbrauch: Wann es sich lohnt, einen neuen Kühlschrank zu kaufen
In Zeiten von Klima- und Energiekrise und drohenden Strompreis-Explosionen gerät immer häufiger die Frage nach der Stromeffizienz in den Fokus. Und mit ihr die Überlegung, sich ein neues Gerät anzuschaffen. Denn oft sind diese deutlich effizienter. Zudem steigt mit zunehmendem Alter des Kühlschranks auch sein Stromverbrauch, wodurch er etwa 10 Prozent des Haushaltsstroms ausmacht. Eine Kurzstudie der Verbraucherzentrale NRW zeigt: Durch die geringeren Stromkosten kann sich die Investition in einen neuen Kühlschrank durchaus lohnen.
Doch beim Neukauf gibt es einiges zu beachten. Nicht jeder Kühlschrank ist für jeden Haushalt zu gebrauchen, auch wenn seine Energieeffizienz auf den ersten Blick dafür spricht. Entscheidend für den Stromverbrauch ist die richtige Mischung aus Energieeffizienzklasse, Größe, Bauart und Alter.
Was beim Neukauf des Kühlschranks zu beachten ist
Beim Kühlschrank ist vor allem die Größe entscheidend. Als Faustformel gilt: 100 Liter mehr Volumen erhöhen den Verbrauch um 20 Prozent. Pro Person im Haushalt kann man mit etwa 50 Litern rechnen. Für Single- oder Zwei-Personen-Haushalte reichen also in der Regel 100 bis 150 Liter Nutzinhalt. Zur Orientierung: Ein sparsamer A+++-Kühlschrank mit rund 150 l Volumen sollte nicht mehr als 65 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr verbrauchen.
Wenn die Entscheidung für die zum Haushalt passende Kühlschrankgröße getroffen wurde, sollte besonders auf das Energielabel geachtet werden. Die Energieeffizienzklassen reichen von A+ über A++ bis A+++. Ein Kühlschrank oder eine Kühl-Kombi mit A+ hat den höchsten Energieverbrauch. Zum Vergleichen neuer Kühlgeräte dient der genaue Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh) auf dem Energieeffizienzlabel als wichtigste Information. Denn auch innerhalb einer Energieeffizienzklasse kann sich der Verbrauch deutlich unterscheiden.
Kühlschrank-Rechner der Verbraucherzentrale hilft bei der Auswahl
Um in der Flut der Angebote nicht den Überblick zu verlieren, gibt die Verbraucherzentrale NRW zudem ein Tool an die Hand, das dabei hilft, die individuellen Stromkosten zu vergleichen und so das beste Modell für den eigenen Haushalt zu finden. Mit diesem Kühlschrank-Rechner lassen sich bis zu vier Geräte in Punkto Stromkosten und CO2 Verbrauch vergleichen.
Zudem sieht man so einfach und schnell, wie viel das neue Kühlgerät nach dem ersten Jahr und nach 15 Jahren inklusive des Kaufpreises insgesamt kosten wird. Dazu abgefragt wird der Kaufpreis, der Stromverbrauch laut Energielabel und die eigenen Stromkosten pro Kilowattstunde.
Das Tool hilft aber auch bei der Frage, ob es sich überhaupt schon lohnt einen neuen Kühlschrank zu kaufen. Dazu kann man bei der Angabe des Kaufpreises einfach eine Null eintragen und erfährt so die jährlichen Verbrauchsdaten des alten Geräts. Diese lassen sich dann direkt mit denen neuer Geräte vergleichen.
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