Onlineshop kann punkten

Onlineshop von Lidl mit „beträchtlicher Vorsprung“ gegenüber Aldi

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Lidl und Aldi sind wohl die Discounter-Konkurrenten schlechthin in Deutschland. In einem Punkt ist Lidl bereits deutlich weiter als Aldi.

Was kann Lidl, was Aldi nicht kann? Darüber berichtete echo24.de bereits vor über zwei Jahren. Denn: Beim Thema Onlineshop gibt es einen klaren Spitzenreiter. „Während die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm beim Discounter Lidl den größten Umbruch der Unternehmensgeschichte einleitet, tappt Konkurrent Aldi scheinbar weiter etwas blind durchs Digital-Dickicht“, schrieb echo24.de Anfang 2021. Zwei Jahre später scheint sich daran wenig geändert zu haben.

Lidl mit „beträchtlichen Vorsprung“ gegenüber Aldi

Bei Aldi gibt es nach Einschätzung des Handelsexperten Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein noch eine vernachlässigte Baustelle: den Onlinehandel. „Die Discounter hatten es bisher nicht nötig, sich groß mit dem Thema Onlinehandel zu beschäftigen“, sagt der Handelsexperte gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa).

Doch sei es nur eine Frage der Zeit, bis das Thema auch für sie relevant werde. „Und dann wird es schwierig für Aldi, denn der Rivale Lidl hat hier einen beträchtlichen Vorsprung“, erklärt Gerrit Heinemann.

Lidl DeutschlandSitz: Bad Wimpfen, Gründung: 1973
Aldi SüdSitz: Mülheim an der Ruhr, Gründung: 1913

Onlineshop von Lidl schafft es unter die Top Zehn in Handelsranking – Aldi nicht mal unter die Top Hundert

Tatsächlich hat es Lidl geschafft, sich mit seinem Onlineshop im jüngsten Ranking des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI einen Platz unter den Top-Zehn der deutschen E-Commerce-Händler zu sichern. Mit einem Umsatz von gut einer Milliarde Euro im Jahr 2022 belegte lidl.de Platz acht im Ranking – obwohl der Discounter online kaum Lebensmittel anbietet. Zum Vergleich: Aldi kommt mit seinem Onlineshop unter den Top Hundert überhaupt nicht vor.

Bereits im Jahr 2020 schaffte es lidl.de unter die Top-Zehn und belegte sogar Platz sieben – auch damals schaffte es Aldi nicht unter die Top Hundert. Heinemann ist überzeugt, das Ungleichgewicht sollte bei Aldi die Alarmglocken schrillen lasen. „Für Lidl ist es ein leichtes, den Hebel umzulegen und auch Lebensmittel zu verkaufen, wenn es soweit ist. Aldi ist noch lange nicht soweit.“

Lebensmittel von zu Hause aus bestellen – das geht bereits mit Amazon-fresh, wie echo24.de berichtet. Allerdings noch nicht in Deutschland. Wobei die Betonung tatsächlich auf „noch“ liegt. Wie aus einem Interview der „Financial Times“ mit Amazon-Chef Andy Jassy hervorgeht, könnte Amazon-fresh noch in diesem Jahr die ersten Filialen in Deutschland eröffnen. Ob Lidl in diesem Punkt schneller sein wird, einen entsprechenden Lebensmittel-Onlinehandel aufzubauen, bleibt zunächst offen.

Rubriklistenbild: © Olaf Kubasik/echo24.de

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