Einkommen aufbessern

Mehr Geld im Alter: Weiterarbeiten statt Rente – so hoch fällt der Zuschlag aus

  • VonSophia Lavcanski
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Da die Rente oft gering ausfällt, haben Senioren viele Tricks, um die Summe aufzustocken. Besonders das längere Arbeiten kann sich richtig lohnen.

Fast jeder Beschäftigte freut sich darauf, irgendwann in Rente zu gehen und Zeit für alles, wonach einem ist, zu haben. Trotzdem kommen kurz vor der Rente noch ein mal einige Fragen auf – besonders die, ob die Rentensumme überhaupt hoch genug ausfällt. Gerade um seine vielleicht klein ausfallende Rente dann selbst als Senior noch ein mal aufzustocken, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Vor allem das längere Arbeiten kann sich selbst bei wenigen Monaten richtig lohnen.

Rente erhöhen: So hoch ist der Zuschlag für jedes weitere Arbeitsjahr

Auch wenn es in Deutschland das „reguläre Renteneintrittsalter“ gibt, das derzeit bei 65 Jahren und 11 Monaten liegt, bedeutet dieses nicht das sofortige Ende der Arbeitszeit. Tatsächlich können Beschäftigte laut der „Deutschen Rentenversicherung“ auch einfach weiter arbeiten, statt einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung zu stellen, und so zusätzliche Rentenbeiträge einzahlen. Das lohnt sich nämlich gleich doppelt.

Zum einen erhöht sich die Rente für jeden Monat, in dem die Rente noch nicht in Anspruch genommen wird, um 0,5 Prozent. Das entspricht einer Erhöhung von ganzen sechs Prozent im Jahr. Weiter sammeln Menschen, die weiter arbeiten, auch weitere Rentenpunkte. Wie die „Deutsche Rentenversicherung“ berichtet, steige die Rente bei einem Durchschnittsverdienst von 38.901 Euro brutto pro Jahr um knapp drei Euro pro Monat. Außerdem: Zukünftig sollen Menschen, die Arbeiten anstatt in Rente zu gehen, sogar eine Prämie erhalten – in Höhe von bis zu 22.000 Euro.

Während der Rente arbeiten – so können Senioren dazu verdienen

Neben dem Aufschieben der Rente gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um die Rente zu erhöhen. Wer das reguläre Renteneintrittsalter also bereits erreicht hat, kann laut der „Deutschen Rentenversicherung“ seine volle Rente beziehen und unbegrenzt hinzuverdienen. Auch wenn Rentenbeiträge theoretisch nicht mehr entrichtet werden müssen, ist es eine Möglichkeit diese weiterhin zu zahlen. Daraus ergibt sich ein großer Vorteil: Bei einem Durchschnittsverdienst würde sich die Rente nämlich um 34 Euro pro Jahr dauerhaft erhöhen. Dennoch gibt es einige Dinge, die bei einem Nebenjob im Ruhestand zu beachten sind.

Tatsächlich ist es in Deutschland nicht mehr ungewöhnlich, im Rentenalter weiterzuarbeiten. Wie das „Statistische Bundesamt“ zeigt, habe sich die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen nämlich innerhalb von zehn Jahren von 47 Prozent (2012) auf 63 Prozent (2022) gesteigert. Doch nicht nur das: Auch die Zahl der Erwerbstätigen jenseits des Renteneintrittsalters sei bemerkenswert gestiegen. Während 2012 nur 11 Prozent der 65- bis 69-Jährigen arbeitete, waren es im Jahr 2022 bereits 19 Prozent.

Auch während der Frührente kann die Rente aufgestockt werden

Auch für diejenigen, die früher in Rente gehen, dabei jedoch keine Kürzungen erleben wollen, gibt es Möglichkeiten. So empfiehlt es sich beispielsweise, nur teilweise in Rente zu gehen. Geht ein langjährig Versicherter laut einem Beispiel der „Deutschen Rentenversicherung“ mit 63 frühzeitig in Rente, würde diese sich dadurch um 11,4 Prozent verringern.

Entscheidet er sich jedoch für eine 50-Prozent-Rente, würde sich die 11,4 Prozent-Kürzung mit jedem Monat, in dem die volle Rente nicht beansprucht wird, um 0,3 Prozentpunkte verringern. Arbeitet der Versicherte dabei dann noch, muss er zwar Beiträge zahlen, diese erhöhen jedoch die Rente in Form von weiteren Rentenpunkten.

Rubriklistenbild: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

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