21 Paranuss-Produkte
Paranüsse im Öko-Test: Radioaktiver Schock für Nuss-Nascher
VonTobias Beckerschließen
Paranüsse haben gute Eigenschaften, weshalb viele Menschen sie gerne essen. Aber: Das Verbrauchermagazin Öko-Test zeigt, dass diese Nuss-Produkte nicht empfehlenswert sind.
Nüsse gelten für viele Menschen in Heilbronn und Deutschland als gesundes Essen. Die einfachen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffe, Vitamine sowie Natrium, Kalium und Magnesium stecken drin und sind in Maßen auch gut für den Körper. Aber: In manchen Nüssen befinden sich auch Stoffe, die alles andere als gesund sind. Paranüsse, die auch als Amazonenmandeln oder Brasilianische Kastanien bekannt sind, haben ein Problem mit Radioaktivität, wie Öko-Test in der aktuellen Ausgabe (3/23) schreibt.
Paranüsse im Öko-Test: 21 Produkte bewertet, 13 mit schlechten Noten
21 Paranuss-Produkte hat das Verbrauchermagazin Öko-Test untersucht, acht mit Bio-Siegel. Aber schneiden die Bio-Paranüsse auch besser ab? Wie auch im Rosen-Test zum Valentinstag, konzentrieren sich die Labore auf Schadstoffe. Vor allem Paranüsse sollen demnach dafür bekannt sein, mehr radioaktive Stoffe zu besitzen als andere Lebensmittel. Gesund? Eher nicht. Stoffe wie Bromid, Radium oder die Substanz Perchlorat werden beobachtet.
Der Grund: Perchlorat kommt über Wasser in die Lebensmittel, wenn es zur Desinfektion mit chlorhaltigen Mitteln behandelt wird. Bromid ist von Natur aus im Boden, kann aber auch auf eine Begasungsmittel-Behandlung hinweisen, obwohl Methylbromid weltweit seit rund acht Jahren verboten ist. Die Altlast bleibt noch jahrelang nachweisbar.
Paranüsse im Öko-Test: Viel Barium sorgt für Ergebnis-Schock
Doch wie schneiden die Paranüsse im Öko-Test ab? Das Ergebnis: Erschreckend ungesund! Das Verbrauchermagazin bewertet gleich 13 der 21 Produkte mit „mangelhaft“ und „ungenügend“ – und schreibt: „Paranüsse haben ein Problem mit radioaktivem Radium, zu viel Barium und Perchlorat.“ Die Bestnoten im Paranuss-Test: „befriedigend“ – als Schulnote: Eine 3. Kein einziges Produkt hat es auf „sehr gut“ oder „gut“ geschafft. Wer dennoch Paranüsse essen mag, kann die drei Testsieger probieren:
- „Gut & Günstig Paranusskerne naturbelassen“ von Edeka – Öko-Test-Urteil: befriedigend
- „Farmer‘s Snack Bio-Paranuss naturbelassen“ (BIO) von Farmer‘s Snack – Öko-Test-Urteil: befriedigend
- „Rapunzel Paranusskerne“ (BIO) von Rapunzel – Öko-Test-Urteil: befriedigend
- Das gesamte Ergebnis des Paranuss-Test gibt es bei Öko-Test hinter einer Bezahlschranke.
Dabei spielt es keine Rolle, ob die Paranüsse das Bio-Label haben oder nicht. Auch von den acht Bio-Produkten erhalten vier die schlechteste Note, zwei bekommen ein „mangelhaft“, sind also nur unwesentlich besser. Vor allem die stark erhöhten Barium-Werte ließen Öko-Test aufhorchen und sorgen für ein dementsprechendes Urteil.
Paranüsse im Öko-Test: Gute Eigenschaften, aber auch gesundheitsschädigende
Paranüsse an sich wären nicht verkehrt, enthalten sie doch auch gute Eigenschaften, wie eingangs erwähnt. Gerade die Selen-Menge einer Paranuss ist wertvoll. Selen ist für den Körper wichtig und regelt unter anderem die Schilddrüsenfunktion. So sollen zwei Paranüsse bereits für ein Viertel des Tagesbedarfs ausreichen bei Veganern beispielsweise, wie ein Experte gegenüber Öko-Test schildert. Aber: Mehr als diese zwei Nüsse sind wegen der Strahlenbelastung eben auch nicht ratsam.
Paranüsse schneiden im Öko-Test also weitaus schlechter ab als es beispielsweise Ketchup macht. Im Ketchup-Test geht vor allem eine bekannte Marke als Verlierer hervor, es gibt immerhin aber auch gute Ergebnisse. Das viele Barium, das Paranüsse enthalten und zu Bluthochdruck führen sowie die Nierenfunktion beeinflussen kann, aber auch die angereicherten radioaktiven Stoffe lassen Paranüsse bei Öko-Test wirklich schlecht davonkommen.
Rubriklistenbild: © Martin G. Dr. Baumgärtner/dpa
