„Auf derselben Stufe wie ,Alkis‘“

Wort ist „verletzend“: Warum „Kiffer“ eine Beleidigung ist

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Die Legalisierung von Cannabis rückt immer näher – viele freuen sich deshalb darauf, bald schon legal „kiffen“ zu dürfen. Doch gerade Einsteiger sollten wissen: Die Bezeichnung „Kiffer“ könnte beleidigend wirken.

Schon bald ist es so weit: Der Konsum von Cannabis soll legal werden. Der Erwerb der Droge kann dann über sogenannte „Cannabis-Social-Clubs“ erfolgen. Bis zu 25 Gramm pro Tag, maximal jedoch 50 Gramm im Monat können Konsumenten dann dort erwerben. Auch der Anbau der Pflanze kann zukünftig in den Clubs stattfinden.

Auch im Landkreis Heilbronn wurden bereits im vergangenem Jahr einige Vereine neu gegründet. Tobias Böttcher, erster Vorstand des „Cannabis-Social-Club Baden-Württemberg“ (CSC BW) erklärt echo24.de: „Der Ansturm ist enorm.“ Vor Mitgliederanfragen könne sich der Cannabis-Verein kaum retten.

Trotz regelmäßigem Cannabis-Konsum: Konsumenten sind keine „Kiffer“

Böttcher selbst war 24 Jahre auf den Schwarzmarkt angewiesen. Mittlerweile ist er Patient und bekommt monatlich ein Rezept für den Wirkstoff von seinem Arzt verschrieben. Trotz des regelmäßigen Konsums möchte er – so wie viele andere seiner Kollegen – nicht als „Kiffer“ bezeichnet werden.

„Ich weiß von anderen Konsumenten, dass sie es als verletzend empfinden, wenn sie ‚Kiffer‘ genannt werden“, erklärt Böttcher im Gespräch. „Das steht für viele auf derselben Stufe wie die Bezeichnung ‚Alkis‘. [...] Aber nicht jeder, der auch nur ab und zu mal ein Glas Wein trinkt, ist auch gleich ein Alkoholiker.“

Cannabis-Konsument und Vereinsvorstand: Mehr „mit und nicht über uns“ sprechen

Besser sei daher ganz einfach die Bezeichnung „Cannabis-Konsumenten“, meint Böttcher. Ihm gehe es vor allem darum, „ein gesundes Miteinander“ zu schaffen. „Ich möchte endlich den Zustand erreichen, dass mit und nicht über uns gesprochen oder geschrieben wird.“

Rubriklistenbild: © Bryan Ramirez via www.imago-images.de

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