Rentenvergleich
Rente aus Versorgungswerken – so groß ist der Unterschied zu „normaler“ Rente
VonJulia Cuprakowaschließen
Löhne und auch Renten werden in Deutschland gerne verglichen. Denn nicht alle Ruheständler bekommen gleich viel Geld. So sind die Renten aus den Versorgungswerken deutlich höher.
Die Rente ist in Deutschland ein großes Thema. Immer wieder tauchen Schlagzeilen über Rentenerhöhungen auf. Dass das Thema so brisant ist, liegt unter anderem daran, dass die Lebenshaltungskosten durch die Inflation in die Höhe schnellen und die Mieten steigen. Aber auch der demografische Wandel spielt eine große Rolle. Das alles führt dazu, dass viele Rentner nicht genug Geld haben und am Existenzminimum leben.
So kann schnell Neid entstehen, wenn manche Rentner einen finanziell abgesicherten Lebensabend genießen und sogar ans Auswandern denken. Welche Länder für Rentner am besten geeignet sind, darüber hat echo24.de bereits berichtet. Doch woran liegt es, dass manche mehr Geld zur Verfügung haben als andere? In Deutschland gibt es Menschen, die in kammerfähigen Berufen arbeiten und deshalb ihre spätere Rente hauptsächlich aus Versorgungswerken beziehen.
Rente aus Versorgungswerken – diese Berufsgruppen haben mehr Geld im Alter
Das berufsständische Versorgungswerk ist das eigenständige Versorgungssystem für die Angehörigen der kammerfähigen Freien Berufe. Die berufsständische Versorgung kümmert sich um die Alters-, Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitsvorsorge ihrer Mitglieder und ist der gesetzlichen Rentenversicherung gleichgestellt. Jede Berufskammer hat ihr eigenes Versorgungswerk, berichtet die „Allianz“. Es gibt berufsständische Versorgungswerke für verschiedene Berufsgruppen:
- Ärzte aller Art
- Apotheker
- Juristen
- Steuerberater
- Architekten
Wer in einem solchen Beruf tätig ist, muss sich bei dem jeweiligen Versorgungswerk auf der Länderebene zu versichern.
Rentensystem in den kammerfähigen Berufen – so funktioniert es
Doch was ist der Unterschied zur gesetzlichen Rentenversicherung? Die Finanzierung der Renten aus dem Versorgungswerk funktioniert anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei der Rentenversicherung zahlen die Arbeitnehmer in die Rentenkasse ein und die Beiträge werden an die aktuellen Rentner ausgezahlt. Das nennt man Umlageverfahren.
Bei den Versorgungswerken werden die Beiträge der Mitglieder gesammelt und zu einem bestimmten Teil kapitalbildend angelegt, mit dem Ziel, dieses Geld zuzüglich eventueller Erträge später als Rente auszahlen zu können. Ein Teil der Mitgliedsbeiträge wird auch zur Bildung von Rücklagen innerhalb des Versorgungswerkes verwendet. Dies funktioniert in der Regel so gut, dass die Renten der Versorgungswerke höher sind als die der Rentenversicherung.
Gesetzliche Rente oder Rente aus Versorgungswerken – so groß ist der Unterschied
Und weil die Beiträge der Mitglieder gewinnbringend oder kapitalbildend angelegt werden, sind die Renten der Versorgungswerke in der Regel höher als die gesetzlichen Renten. Während die Durchschnittsrente der Deutschen Rentenversicherung bei rund 1500 Euro im Monat liegt, erhalten die Rentner der Versorgungswerke je nach Beruf zwischen 2500 und sogar 4000 Euro monatlich. Dies hängt jedoch stark von den Beitragsjahren, dem Beruf und der Anlagestrategie ab.
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