Rentenniveau auf 48 Prozent fixiert
Rentenpaket II kommt: Das sind die Folgen für Ruheständler
VonMelissa Sperberschließen
Nach langem Hin und Her ist das Rentenpaket II beschlossen. Der Fokus liegt auf Rentenniveau und Generationenkapital. Doch was bedeutet das für Ruheständler?
Das zweite Rentenpaket der Ampel-Koalition wurde nach monatelangem Ringen auf den Weg gebracht. Das Ziel: Renten sollen auch in Zukunft mit den Löhnen in Deutschland steigen. Doch was bedeutet das für Ruheständler? Hier lohnt sich ein Blick vor allem auf das Rentenniveau und das Generationenkapital.
Rentenpaket II: Rentenniveau soll auf 48 Prozent fixiert werden
Wichtig ist: Das Rentenniveau soll auf 48 Prozent fixiert werden. Das ist wichtig, wenn man die Alterung der Gesellschaft betrachtet. Arbeitsminister Hubertus Heil erklärt: „Das Rentenniveau würde sich nach dem Jahre 2025 Stück für Stück nach unten bewegen und damit die Entwicklung der Renten von der Lohnentwicklung abgekoppelt, und zwar spürbar.“
Grund ist, dass es mit dem Übertritt der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge immer mehr Rentnerinnen und Rentner und weniger Einzahlende gibt. Heil: „Eine Krankenpflegerin in Sachsen, die heute 49 Jahre alt ist, die dann wahrscheinlich 2040 mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen kann, hätte 1100 Euro im Jahr weniger zur Verfügung, wenn wir nicht das Rentenniveau sichern können.“
Generationenkapital aus Bundesmitteln am Aktienmarkt anlegen – das ist im Rentenpaket II geplant
Zudem soll ein Generationenkapital aus Bundesmitteln am Aktienmarkt angelegt werden. Aus dessen Zinserträgen soll der künftige Beitragsanstieg abgebremst werden. „Damit investieren wir in den Sozialstaat und in die soziale Sicherheit von morgen“, so Heil. Für das Generationenkapital will die Regierung bis Mitte der 2030er Jahre mindestens 200 Milliarden Euro größtenteils aus Schulden des Bundes am Aktienmarkt anlegen.
Nach Rentenpaket II: Arbeitsminister Heil kündigt weitere Reformen an
Heil kündigte weitere Reformschritte bis zur Bundestagswahl im Herbst 2025 an. Dazu zählte der Arbeitsminister Reformen bei der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Zudem werde die Regierung ein drittes Rentenpaket für eine bessere Altersabsicherung der Selbstständigen vorlegen.
Auch weitere Anreize für freiwilliges längeres Arbeiten könnten bald noch kommen. Heil verwies auf einen derzeit laufenden Gesprächsprozess mit Wirtschaft und Gewerkschaften. „Es geht darum, dass Menschen, die wollen und können, freiwillig auch länger arbeiten können.“ Im Sommer werde es Vorschläge dazu geben.
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