Verbraucherzentrale warnt
Weniger Inhalt, selber Preis: Kostenfalle „Shrinkflation“ erkennen – Experten mit Tipps
VonMelissa Sperberschließen
Hersteller ändern bei Produkten regelmäßig die Verpackung. Dadurch zahlen Verbraucher oft denselben Preis für weniger Inhalt, ohne es zu bemerken. Dahinter steckt das Phänomen „Shrinkflation“.
Wer beim Einkauf sparen will, muss genau hinschauen – und sollte den ein oder anderen Trick der Supermärkte und Discounter kennen. Besonders schwer zu entdecken: „Shrinkflation“. Der Begriff setzt sich aus dem englischen Wort „shrink“ für „schrumpfen“ und Inflation zusammen. In leicht veränderten Verpackungen wird den Kunden oft weniger Inhalt für den gleichen Preis verkauft.
Verpackungsaufdrucke wie „New Size“ oder „Neue Form für feineren Genuss“ sind häufig ein Hinweis auf Shrinkflation. Was sich im ersten Moment nach verbraucherfreundlichen Vorteilen anhört, könnten versteckte Preiserhöhungen sein. Darauf weisen die Verbraucherzentrale Hamburg und die Stiftung Warentest in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 09/2023) hin.
Shrinkflation beim Einkauf erkennen – oft weniger Inhalt zum gleichen Preis
Das Problem für Kunden: Shrinkflation ist nicht illegal. Wer die Kostenfalle nicht selbst erkennt, hat also schlichtweg Pech. Verbraucherschützer raten deshalb, bei folgenden Formulierungen oder Verpackungsänderungen misstrauisch zu werden und, wenn möglich, mit dem alten Produkt zu vergleichen:
- Verpackungsaufdrucke wie „New Size“ oder „Neue Form für feineren Genuss“
- Einführung von neuen Sorten
- Preisaktionen
- Maxigrößen
- Verpackungsänderungen
Besonders betroffen von Shrinkflation sind Snacks und Chips: Die Preise bleiben gleich, die Füllmenge sinkt. Ein ähnlicher Trick sind sogenannte „Luftpackungen“, also Verpackungen, die zum Großteil mit Luft gefüllt sind. Die Verbraucherzentrale spürte sogar ein Produkt auf, das zu 95 Prozent mit Luft gefüllt war.
Verbraucherzentrale verzeichnet Mogel-Rekord – Shrinkflation schwer zu erkennen
65 Fälle von Shrinkflation registrierte die Verbraucherzentrale Hamburg allein in diesem Jahr von Januar bis Juni, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ schreibt. Das ist Rekord, wie Verbraucherschützer Armin Valet, zuständig für Mogelpackungen, erklärt. Die Shrinkflation kenne dabei mehrere Spielarten. Neben verringerter Füllmenge bei gleichem Preis könne aber auch der Preis steigen und der Inhalt schrumpfen. Oder der Preis sinkt und der Inhalt noch viel mehr.
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