1414 Produkte im Test

Markenprodukt oder Eigenmarke? Stiftung Warentest macht den Mega-Vergleich

  • Tobias Becker
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Muss es immer das Markenprodukt sein oder reicht auch das „No Name“-Produkt? Stiftung Warentest hat den Vergleich gemacht und auf Qualität sowie Preis geachtet.

Für viele Menschen ist es eine Einstellungssache, andere wiederum stellen sich die Preisfrage, wieder andere entscheiden nach dem Geschmack: Wer einkaufen geht, hat fast immer die Wahl zwischen Marke und „No Name“-Produkt. Die Frage, die sich vor allem beim Blick auf den Preis oft stellt: Sind Markenprodukte wirklich besser als die vermeintliche „Billig“-Alternative von Lidl, Kaufland, Aldi und Co.? Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe (02/23) Marken und Handelsmarken verglichen und Bilanz gezogen.

OrganisationStiftung Warentest
HauptsitzBerlin
Gründung4. Dezember 1964 in Berlin

Marke oder Eigenmarke: Hier gibt es die größte Schnäppchen-Chance

Nicht nur der Strom wird teurer, sondern auch Lebensmittel, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Allein von November 2021 bis November 2022 sind Lebensmittel um 21 Prozent teurer geworden. Klar, dass bei vielen Menschen in Heilbronn und Baden-Württemberg der Blick dann auch gerne mal auf den Preis geht beim Einkauf im Supermarkt. Der erste Gedanke ist dann häufig, eben nicht das Markenprodukt zu kaufen. Doch hilft das?

Stiftung Warentest hat den großen Vergleich von insgesamt 1414 verschiedenen Lebensmittel-Produkten (786 Marken, 628 Eigenmarken) gemacht. Das Ergebnis zeigt: Der Die Preisunterschiede sind mal kleiner, mal größer – gespart werden, kann in der Regel aber schon. So gelten vor allem Chips, Mineralwasser, Bitterschokolade und auch Tortellonis oder Kinderdesserts beispielsweise als Schnäppchen-Chance.

Qualität ist entscheidend: Wer hat den Kopf vorne – Eigenmarke oder Marke?

Doch der Preis alleine entscheidet nicht den Einkauf, denn auch die Qualität muss stimmen. Das hat man auch beim WLan-Router-Test von Stiftung Warentest gemerkt. Auch beim Öko-Test von Kinderzahnpasta rutschte die Qualität durch erschreckende Ergebnisse in den Vordergrund. Wer nun denkt, dass Markenartikel auch besser sind, wird enttäuscht. Denn ein stichprobenartiger Vergleich aus Testsiegern der vergangenen Jahre, die die Tester erneut einkauften, ergab: Ob Marke oder Eigenmarke macht kaum einen Unterschied. Ergebnis: Unentschieden, sie sind gleich gut!

Ein Grund dafür könnte sein, dass hinter vielen Produkten, die als Eigenmarke verkauft werden, große und bekannte Hersteller stecken. So kommt das von Kaufland angebotene „K-Classic Joghurt fettarm“ beispielsweise von „Bauer Milch“, hinter dem „Körner Joghurt“ von Aldi Süd steckt „Ehrmann“ und das Lidl „Pianola Joghurt“ wird von „Müller Milch“ hergestellt, wie die Seite „wer-zu-wem.de“ erklärt.

Die Ausgabe Februar 2023 von Stiftung Warentest beinhaltet auch den „Teuer gegen günstig“-Vergleich.

Marke und No Name: Selber Hersteller, anderer Preis – das ist der Grund

Dass Discounter und Supermärkte Marken und „Eigenmarken“ anbieten, obwohl es derselbe Hersteller ist, hat einen einfachen Grund: Die Preisgestaltung. So gibt es kein Risiko bei der Herstellung und dennoch können die Produkte zu einem niedrigeren Preis angeboten werden. Auch die Hersteller haben einen Vorteil: Sie sparen sich die Werbekosten für diese Produkte, wie „Focus“ berichtet.

Es gibt also keinen klaren Sieger beim Vergleich zwischen Marken und Eigenmarken. Die Qualität liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch im Bio-Bereich schneiden Marken und Handelsmarken bei Stiftung Warentest gleich gut ab. Das ausführliche Ergebnis des „Marken vs. Eigenmarken“-Vergleichs gibt es bei Stiftung Warentest zu kaufen.

Rubriklistenbild: © echo24.de / Tobias Becker

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