Von Sommer auf Winter am Wochenende
Zeitumstellung in Deutschland: Wie die Uhr auf Winterzeit gedreht wird
VonLisa Kleinschließen
Jedes Jahr aufs Neue sorgt die Zeitumstellung für Verwirrung: Wird die Uhr nun vor oder zurückgestellt? Was bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit zu tun ist.
Jährlich zur Zeitumstellung – im Frühling auf Sommerzeit und im Herbst auf Winterzeit – stellen sich vielen Menschen die Frage: Wird die Uhr nun vor- oder zurückgedreht? Wann genau wird die Uhr verstellt? Und: Welchen Sinn hat das Ganze eigentlich? echo24.de erklärt, was bei den Zeitumstellungen zu tun ist und warum das Thema an sich eigentlich schon längst vom Tisch sein sollte, aber immer noch nicht ist.
In Deutschland und generell in Europa wird zwischen Sommer- und Winterzeit unterschieden. Die Sommerzeit beginnt immer am letzten Sonntag im März um 2 Uhr nachts. Auf Winterzeit wird im Herbst umgestellt, und zwar immer am letzten Sonntag im Oktober, nachts um 3 Uhr.
Umstellung von Sommer- auf Winterzeit 2023: Wird die Uhr vor- oder zurückgestellt?
In diesem Jahr fällt die Zeitumstellung auf die Winterzeit auf die Nacht vom 28. Oktober auf den 29. Oktober. Doch muss die Uhr vor oder zurückgestellt werden? Wer sich einfach nicht merken kann, wie an der Uhr gedreht werden muss, für den haben wir ein paar Merksprüche parat:
- „Immer zum Sommer hin“: Im Frühling wird der Zeiger zur Sommerzeit nach vorne gedreht, im Herbst zur Winterzeit nach hinten.
- „Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer“: Zur Sommerzeit steigen die Temperaturen, es gibt also eine Stunde Plus und zur Winterzeit eine Stunde Minus, da die Temperaturen wieder sinken.
- „Die Zeit wird so verstellt, wie die Gartenmöbel bewegt werden“: Im Frühjahr werden die Gartenmöbel nach draußen vor die Tür gestellt, im Herbst zurück nach drinnen.
- „Spring forward, fall back.“ Im Frühling (spring) „springt“ der Zeiger eine Stunde nach vorne, im Herbst (fall) „fällt“ der Zeiger eine Stunde zurück.
Nicht nur in welche Richtung der Zeiger gedreht werden muss, sondern auch von wann auf welche Uhrzeit umgestellt wird, macht die „2-3-2-Regel“ deutlich: Im März wird die Uhr für die Sommerzeit von zwei auf drei Uhr gestellt, im Oktober zur Winterzeit wieder von drei auf zwei Uhr.
Also noch mal im Klartext: In diesem Jahr wird am frühen Sonntagmorgen, 29. Oktober 2023, von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt, und zwar von 3 Uhr auf 2 Uhr nachts. Bedeutet: Wer Sonntag Termine hat, darf eine Stunde länger schlafen.
Zeitumstellung in Europa: Wann hat das drehen an der Uhr ein Ende?
Eine Abschaffung der Zeitumstellung ist zwar eigentlich beschlossene Sache, doch bis es so weit ist, dauert es wohl noch ein Weilchen. 2018 befragte die EU-Kommission die Bürger zu dem Thema. Das Ergebnis der Online-Umfrage: 84 Prozent waren für ein Ende des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit, wie die „dpa“ berichtete. In Deutschland gilt die Zustimmung für die Abschaffung als besonders groß. Der damalige Kommissionschef Jean-Claude Juncker verkündete daraufhin 2018: „Die Zeitumstellung gehört abgeschafft.“
Das Europäische Parlament stimmte im März 2019 dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben – doch zuerst müssen sich alle Mitgliedstaaten der EU darauf einigen, ob künftig nun dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten solle. Und das ist bis heute noch nicht geschehen.
Eine dauerhafte Sommerzeit hätte zur Folge, dass es im Winter morgens länger dunkel bliebe und abends länger hell. Es wird vermutlich allerdings noch dauern, bis sich die EU auf eine der Zeiten geeinigt hat. Bis dahin gilt es also auch weiterhin: Zur Umstellung auf Sommerzeit wird die Uhr eine Stunde nach vorne gedreht, zur Winterzeit eine Stunde nach hinten.
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