Wetterweisheiten
100-jähriger Kalender mit deutlicher Wetter-Prognose für September – ein Tag ist entscheidend
VonJekaterina Jaluninaschließen
Nach einem wechselhaften Sommer hoffen viele auf einen sonnigen September – die Bauernregeln geben erste Hinweise auf den Herbstbeginn.
Berlin – Der 1. September markiert nicht nur den meteorologischen Herbstbeginn, sondern ist auch der Tag des heiligen Ägidius, der laut alten Bauernregeln das Wetter für den gesamten Monat beeinflusst. Eine der bekanntesten Wetterweisheiten für diesen Monat lautet: „Wie Sankt Ägidientag, so der ganze Monat mag“. Diese Regel, die wetter.de auflistet, hat sich in langjährigen Wetteraufzeichnungen als erstaunlich treffsicher erwiesen.
Die Auswertungen auf wetter.de bestätigen die Bauernweisheiten aus dem 100-jährigen Kalender: Ein kühler Start in den September führte demnach in zwei von drei Jahren zu einem kühlen Monat. Bei einem warmen Monatsbeginn zeigt sich der September in 60 Prozent der Fälle ebenfalls warm. Besonders auffällig ist der Zusammenhang bei den Niederschlägen: Beginnt der Monat mit Regen, bleibt er mit einer Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent zu nass.
Spätsommerliche Hoffnung: Bauernregeln und der 100-jährige Kalender für September 2025
Nach dem regenreichen Sommer 2025 deutet sich nun also ein Wetterwechsel an. Traditionelle Bauernregeln versprechen für den September stabile Hochdrucklagen und damit die Chance auf spätsommerliche Temperaturen. Während die Natur bereits erste Herbstzeichen zeigt, lassen die alten Weisheiten auf einen verspäteten Sommer hoffen.
Der sogenannte 100-jährige Kalender, der auf die Wetterbeobachtungen des Benediktinerabtes Mauritius Knauer aus dem 17. Jahrhundert basiert, sagt für September 2025 überwiegend freundliches Wetter voraus.
Bauernregeln im September: Wie Natur und Heiligentage das Winterwetter voraussagen
Seit Jahrhunderten nutzen Landwirte Bauernregeln, um Vorhersagen für die kommenden Monate zu treffen. Besonders im September geben sie Hinweise auf den bevorstehenden Winter. Einige Regeln sagen die Schneemenge voraus, andere leiten aus den ersten Septembertagen das Wetter für den restlichen Monat ab.
Mehrere Heiligentage im September gelten als wichtige Wetterindikatoren. Den Anfang macht der Ägidiustag am 1. September: „Wie das Wetter an Ägidius, so es vier Wochen bleiben muss“, dokumentiert wetter.com.
Besonders detailliert sind die Bauernregeln bei der Beobachtung der Natur. „Im September die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel“ rät zur Beobachtung der Obstbäume. Für Landwirte ist die Regel „Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen“ von besonderer Bedeutung. Nach der Ernte und vor der Wintersaat sind Niederschläge erwünscht, um die Böden für die neue Aussaat vorzubereiten.
Zu den bekanntesten Sprüchen zählen:
- „September warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr.“
- „Septemberwärme dann und wann, zeigt einen strengen Winter an.“
- „Donnert’s im September noch, wird der Schnee um Weihnacht hoch.“
- „Viel Nebel im September über Tal und Höh’, bringt im Winter tiefen Schnee.“
- „Kommt Michael (29. September) heiter und schön, wird es noch vier Wochen so gehen.“
Herbst schleicht sich ein: Goldene Aussichten nach wechselhaftem Sommer 2025
Obwohl der 100-jährige Kalender nicht wissenschaftlich belegt ist, basieren seine Grundlagen auf jahrhundertelangen Naturbeobachtungen. Für die Landwirtschaft hatten diese Regeln große Bedeutung und zeigen nicht selten Parallelen zu heutigen Wetterprognosen.
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Prognosen zufolge wird der Herbst den Sommer zunächst langsam ausklingen lassen, bevor frühzeitig Winterwetter Einzug hält. Für alle, die nach dem wechselhaften Sommer 2025 noch Sonne genießen möchten, lohnt sich ein Blick auf die zweite Septemberhälfte – alte Wetterweisheiten machen zudem Hoffnung auf einen goldenen Herbstbeginn. (jal)
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