Werte verändern sich

Harris vs. Trump: TV-Duell wirkt sich auf neue Umfrage zur US-Wahl aus

Donald Trump und Kamala Harris.
+
Kamala Harris hat nach dem TV-Duell gegen Donald Trump in den Umfragen vor der US-Wahl etwas zugelegt.
  • Christian Stör
    VonChristian Stör
    schließen

Kamala Harris geht als Gewinnerin aus dem TV-Duell gegen Trump hervor. Was heißt das für die US-Wahl? Die ersten Umfragen deuten eine Tendenz an.

Washington, D.C. – Das TV-Duell war für Donald Trump ein Desaster. Da waren sich die Menschen in den USA einig. Eine Blitzumfrage des TV-Senders CNN brachte ein klares Ergebnis. 63 Prozent sahen Kamala Harris als klare Siegerin.

Offen ist allerdings die Frage, ob die Debatte im Fernsehen überhaupt irgendwelche Auswirkungen auf die anstehende US-Wahl im November hat. Noch gibt es nicht genügend Daten, um hier eine klare Antwort geben zu können. Die ersten Umfragen nach dem TV-Duell scheinen aber zumindest eine Tendenz anzudeuten.

Harris kann nach TV-Duell gegen Trump ihren Vorsprung in Umfrage zur US-Wahl ausbauen

So hat Harris in einer Umfrage des Instituts Morning Consult ihren Vorsprung vor Trump leicht ausbauen können. Demnach liegt Harris nach dem TV-Duell landesweit mittlerweile unter den wahrscheinlichen Wählerinnen und Wählern („Likely Voters“) mit fünf Punkten vorne. Zum Vergleich: Kurz vor der Debatte in Philadelphia lag sie in zwei Umfragen von Morning Consult einmal mit drei und einmal mit vier Punkten vorne.

Die Fachleute des Instituts verweisen allerdings darauf, dass es noch zu früh sei, um definitiv feststellen zu können, welche Rolle das TV-Duell für die neuen Zahlen spiele. Denn auch schon vorher habe Harris zuletzt deutlich zulegen können. Der Trend in Richtung Harris könnte also unabhängig vom TV-Duell erfolgt sein. Die Debatte werde ihr aber sicher vor der US-Wahl dabei helfen, diese Dynamik aufrechtzuerhalten.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Umfragen nach TV-Duell sehen Harris vor US-Wahl im Aufwind

Harris darf sich noch über eine weitere Umfrage zur US-Wahl freuen. In der Ipsos-Erhebung im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters konnte die Vizepräsidentin ihren Vorsprung auf Trump nach dem TV-Duell in Philadelphia ebenfalls leicht ausbauen. Auch hier konnte sie sich gegenüber der letzten Umfrage aus dem August leicht verbessern und liegt nun mit fünf Punkten vorne.

Eine YouGov-Umfrage im Auftrag der britischen Times kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Bei den „Likely Voters“ liegt Harris hier ebenfalls mit vier Punkten vorne. Die nachfolgende Tabelle fasst die Resultate der drei Umfragen noch einmal zusammen.

QuelleHarris in %Trump in %
Ipsos/Reuters4742
Morning Consult5045
YouGov/Times4945

Erste Umfragen nach TV-Duell gegen Trump fallen für Harris vor US-Wahl positiv aus

Während landesweite Umfragen vor der US-Wahl wichtige Hinweise auf die Ansichten aller Wahlberechtigten geben, werden Sieg oder Niederlage letztlich aber woanders entscheiden. Denn es gibt keine Direktwahl. Die Stimmen des Volkes entscheiden nur über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums. Wer in diesem Electoral College mindestens 270 der 538 Wahlleute auf sich vereinen kann, zieht am Ende ins Weiße Haus ein.

Die Entscheidung fällt deshalb in den Swing States, in denen der Ausgang nicht vorhersehbar ist. In diesen Bundesstaaten schwankt die Mehrheit von Wahl zu Wahl. Die aktuellen Umfragen in den sieben Swing States zeigen, dass es hier zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen wird. Harris darf sich deshalb nicht auf die landesweiten Umfragen verlassen – auch wenn die Daten nach dem TV-Duell gegen Trump positiv für sie ausfallen. (cs)