Aprilwetter außer Rand und Band

Wetter vor Ostern „erinnert eher an Juni“: Modell zeigt Temperaturen von fast 30 Grad

  • VonDominik Jung
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Der April zeigt sich von seiner extremen Seite: Erst kalt und trocken, dann könnte es eher sommerlich warm werden. Meteorologe Dominik Jung ordnet ein.

Frankfurt – Der altbekannte Spruch „Der April, der macht, was er will“ könnte in diesem Jahr kaum treffender sein. Die Woche startet mit einem deutlichen Temperatursturz – die Luft ist frisch, fast schon spätwinterlich, und der Wind weht stellenweise unangenehm kühl. Bis Palmsonntag (13. April) bleibt es zwar überwiegend trocken, doch spätestens ab Sonntagnachmittag kündigen sich aus Westen erste Schauer an. Und dann nimmt das Wetter richtig Fahrt auf: Die Karwoche bringt laut dem aktuellen GFS-Modell der US-Wetterbehörde NOAA ein Wetterspektakel der besonderen Art.

In der Karwoche wird es deutlich wärmer werden. Die Spitzenwerte steigen auf mehr als 25 Grad.

Wetter vor Ostern: Temperaturen bis zu 28 Grad möglich

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net sagt dazu: „Wenn das Modell so eintritt, erleben wir in der Karwoche ein Wetter, das eher an Juni als an Anfang April erinnert.“ In der Tat könnten Temperaturen bis zu 28 Grad möglich sein – ein echter Knaller, der das Osterfest ins frühsommerliche Licht rücken würde.

Südwestlage bringt Sommerluft – aber der Regen bleibt Mangelware

Verantwortlich für diese Entwicklung ist laut GFS-Modell eine kräftige Südwestströmung, die ab Anfang nächster Woche in Gang kommen soll. Diese bringt nicht nur ungewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland, sondern sorgt auch für eine Wetterlage, wie sie sonst eher für Juni oder Juli typisch ist: warm, schwül und gewitteranfällig. Doch wer auf lang ersehnte, flächendeckende Regenfälle hofft, dürfte enttäuscht werden.

Zwar sind örtlich kräftige Schauer und Gewitter möglich, insbesondere im Westen und Süden des Landes, doch der große Regen bleibt wohl aus. Im Norden und Osten könnte es bis Gründonnerstag sogar komplett trocken bleiben. Somit bleibt der dringend benötigte Landregen weiterhin Wunschdenken – stattdessen droht vielerorts wieder nur der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“.

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Frühsommerliches Osterfest? Die 30-Grad-Marke rückt näher

Besonders brisant: Sollte sich das GFS-Modell bewahrheiten, könnten im Osten Deutschlands am Gründonnerstag punktuell Temperaturen von bis zu 28 Grad erreicht werden – nur zwei Grad entfernt von der 30-Grad-Marke. Ein derart warmer April ist selbst für die zunehmend wetterverrückten letzten Jahre außergewöhnlich, ordnet Wetter-Experte Jung ein.

Die Kombination aus frühsommerlicher Wärme und einer explosiven Gewitterlage dürfte das Osterwetter 2025 zu einem der spannendsten der letzten Jahrzehnte machen. Aktuell sieht es also ganz danach aus, als würde sich das Wetter zum Osterwochenende von seiner dramatischsten und gleichzeitig freundlichsten Seite zeigen: Sonne, Wärme, aber auch Gewitter. Für viele bedeutet das: Grillwetter mit Blitz und Donner. Derweil bereitet die Dürre der vergangenen Wochen in Deutschland Sorgen.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com