Kolumne von Meteorologe Dominik Jung
Hitzewelle geht zu Ende: Starkregen und Hagel lösen Rekord-Temperaturen ab
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Noch bis Sonntag herrschen Rekord-Temperaturen in Deutschland! Dann bringen Gewitter und Starkregen die große Wetter-Wende. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Noch bis zum Wochenende (16. und 17. August) hält sich über weiten Teilen Deutschlands die ungewöhnlich starke Sommerhitze, die in vielen Regionen für hohe bis extreme Wärmebelastung sorgt. Am Donnerstag (14. August) besteht vor allem von der Eifel bis nach Schleswig-Holstein sowie im südöstlichen Bergland die Möglichkeit einzelner Gewitter.
Diese können lokal kräftig ausfallen, mit Starkregenmengen um 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit und kleinkörnigem Hagel. Besonders heftiger Starkregen mit Unwetterpotenzial ist nicht ausgeschlossen, bleibt aber auf sehr wenige Orte begrenzt. Während im Nordosten und Teilen Schleswig-Holsteins die Hitze etwas nachlässt, wird es im Südwesten noch einmal extrem warm, mit Höchstwerten teils deutlich über 30 Grad.
Letzte Hitzetage mit örtlichen Gewittern, aber keine flächige Schwergewitterlage
Am Freitag (15. August) verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit in den Osten und Süden. Hier können kräftige Schauer und Gewitter auftreten, begleitet von Starkregen, Hagel und stürmischen Böen. Lokal ist auch Unwettergefahr gegeben, allerdings ohne Anzeichen einer großflächigen Schwergewitterlage. Vor allem in der Südosthälfte bleibt es nochmals sehr heiß, teils sogar mit extremer Wärmebelastung. Am Samstag entwickeln sich dann südlich des Mains stellenweise stärkere Gewitter, bei denen vor allem Starkregen im Vordergrund steht. Hagel und Sturmböen sind zwar möglich, aber nur mit geringer Wahrscheinlichkeit. Im Südwesten hält sich die Hitze noch etwas, bevor sich kühleres Wetter von Westen her durchsetzt.
Sonntag bis Dienstag: Allmähliche Abkühlung und Wetterberuhigung
Am Sonntag (17. August) beschränkt sich die Gewittergefahr weitgehend auf den Alpenrand, wo es mit geringer Wahrscheinlichkeit einzelne Schauer und Gewitter mit Starkregen geben kann. Ansonsten setzt sich ein deutlich kühlerer Wettercharakter durch, die Temperaturen liegen meist nur noch zwischen 20 und 30 Grad – ein klarer Kontrast zu den vorherigen 35-Grad-Spitzen.
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Am Montag kann es im Alpenraum noch vereinzelt zu Gewittern kommen, die ebenfalls lokal kräftigen Regen bringen könnten. Am Dienstag bleibt es an und in den Alpen wechselhaft, doch die Gewittergefahr ist insgesamt nur noch gering. Damit endet diese Hitzewelle ohne die sonst typischen, großräumigen Unwetterlagen – ein eher sanfter Übergang in eine gemäßigtere Sommerphase, der vor allem den Regionen außerhalb der Alpen deutlich spürbare Wetterberuhigung bringt.
Warum der Wetterwechsel diesmal glimpflich verläuft
Normalerweise beenden starke Kaltfronten eine Hitzewelle mit kräftigen Gewitterlinien und teils großflächigen Unwettern. Diesmal jedoch fällt der Temperaturunterschied zwischen der heißen und der nachrückenden kühleren Luftmasse vergleichsweise moderat aus. Zudem zieht die kühlere Luft nicht in einem scharfen, schnell vordringenden Schub ein, sondern setzt sich schrittweise durch.
Dadurch fehlt der Atmosphäre die explosive Energie, die für großräumige Schwergewitter nötig wäre. Statt flächendeckender Unwetter entstehen nur lokal begrenzte Gewitterzellen, bei denen vor allem Starkregen im Vordergrund steht. Das sorgt für einen deutlich ruhigeren Übergang in die kühlere Wetterphase.
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