Aktuelle Umfrage

„Politisches Erdbeben“ im Nordosten: AfD legt auch in Mecklenburg-Vorpommern kräftig zu

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die AfD ist einer neuen Umfrage zufolge erstmals stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Konkurrenz liegt weit abgeschlagen zurück.

Schwerin - Die AfD jubelt, für die meisten anderen Parteien ist es ein Schock. Wie in anderen Ländern im Osten klettert die AfD in einer aktuellen Umfrage jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern steil nach oben und liegt klar auf Platz eins im Nordosten. Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, würden 32 Prozent ihr Kreuz bei der AfD machen, wie aus einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR hervorgeht.

Leif-Erik Holm (AfD) spricht nach der Umfrage von einem „politischen Erdbeben“ in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Partei, die in Teilen als rechtsextrem gilt, würde damit ihr Ergebnis der Landtagswahl vom September 2021 fast verdoppeln. Damals kam sie auf 16,7 Prozent. Fast umgekehrt sieht es bei den Sozialdemokraten aus. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht nur noch 23 Prozent - das sind gut 16 Punkte weniger als bei der Wahl 2021.

FraktionProzent
AfD32
SPD23
CDU18
Linke8
Grüne8
FDP3
Sonstige8

Das Institut Insa hat vom 13. bis 16. September 2023 insgesamt 1.182 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern befragt.

AfD bejubelt Umfrage in Mecklenburg-Vorpommern

„Das ist ein politisches Erdbeben in MV. Frau Schwesig rennen die Leute weg und die AfD ist mit Abstand stärkste Kraft“, jubelte der AfD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm. „Die Bürger haben die Nase gestrichen voll von der Schwesig-Regierung, die insbesondere das drängende Migrationsproblem nicht im Geringsten angeht.“

Nach Brandenburg, Sachsen und Thüringen ist Mecklenburg-Vorpommern das vierte Bundesland, in dem die AfD in Umfragen als jeweils stärkste Kraft mehr als 30 Prozent erreicht. In Sachsen-Anhalt steht sie laut Insa-Umfrage vom 27. Juni bei 29 Prozent und liegt dort knapp hinter der CDU.

  • Brandenburg: 32 Prozent (Infratest dimap vom 13. September)
  • Sachsen: 35 Prozent (Insa vom 31. August)
  • Thüringen: 32 Prozent (Insa vom 16. September)

Mecklenburg-Vorpommern: Regierung von Mehrheit weit entfernt

Die CDU erreicht laut dem aktuellen MV-Trend 18 Prozent - fast 5 Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl. Die Linkspartei fällt der Umfrage zufolge auf 8 Prozent zurück. Bei der Wahl 2021 hatte Die Linke noch knapp 10 Prozent geholt. Die oppositionellen Grünen erreichen ebenfalls 8 Prozent, die FDP würde nur noch 3 Prozent holen.

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Die AfD liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 an zweiter Stelle.
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Die derzeit regierenden Partner SPD und Linke wären also in einem Fünf-Parteien-Landtag von einer Mehrheit weit entfernt. Demnach gäbe es eine Mehrheit nur noch für Dreier-Bündnisse aus SPD/CDU/Grünen oder SPD/CDU/Linken. Weil bisher alle Landtagsparteien ein Bündnis mit ihr ausschließen, hätte die AfD damit weiterhin keine Chance auf eine Regierungsbeteiligung. (dpa/cs)

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