Verluste im Ukraine-Krieg

Verluste für Russland: Fast 583.000 Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen oder verwundet

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Seit fast 900 Tagen tobt in Europa der Ukraine-Krieg. Die Verluste sind enorm. Kiew nennt aktuelle Zahlen zu Russlands Verlusten.

Kiew – Am 24. Februar 2022 begann der Ukraine-Krieg. Ein Ende ist nicht in Sicht. Fast 30 Monate nach dem Einmarsch der russischen Truppen liefern sich Russland und die Ukraine weiter schwere Kämpfe – und die Verluste steigen weiter. Angaben dazu sind selten. Die Statistiken werden von beiden Seiten als militärisches Geheimnis behandelt.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin antwortete Anfang Juni ausweichend auf eine Frage zu den Verlusten seines Landes im Ukraine-Krieg. Konkrete Daten nannte er nicht, wies aber darauf hin, dass die Zahl der Toten auf russischer Seite deutlich unter der bei den ukrainischen Streitkräften liege. Das Verhältnis betrage eins zu fünf, so Putin.

Russland beklagt schwere Verluste im Ukraine-Krieg

Dagegen betont die ukrainische Seite, dass bisher deutlich mehr russische als eigene Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen seien. So hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Zahl der getöteten Soldaten in den eigenen Reihen im Februar mit 31.000 angegeben. Die Zahl der getöteten und verletzten russischen Soldaten beziffert die Ukraine inzwischen auf mehr als eine halbe Million.

Zerstörter russische Panzer in der Region Donezk. Russland erleidet im Ukraine-Krieg weiter hohe Verluste. (Archivbild)

Diese Zahlen stammen vom ukrainischen Generalstab, der täglich neue Daten zu den Verlusten Russlands veröffentlicht. Eine unabhängige Prüfung der Daten ist allerdings nicht möglich. In den vergangenen 24 Stunden sind nach Angaben der ukrainischen Behörden etwa 1150 russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Seit Beginn der Invasion im Februar 2022 beläuft sich die Zahl der Verluste somit auf mehr als 582.910.

DatumVerluste innerhalb eines TagesVerluste seit Kriegsbeginn
4. August (So)1150582.910
3. August (Sa)1170581.760
2. August (Fr) 1100580.590
1. August (Do) 1370579.490
31. Juli (Mi)1060578.120
30. Juli (Di)1060577.060
29. Juli (Mo)1310576.000
28. Juli (So)1180574690
27. Juli (Sa)1210573.510

Panzer und Drohnen: Russland erleidet auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg

Auch die Verluste des russischen Militärs an Fahrzeugen, Fluggeräten und Ausrüstungen im Krieg gegen die Ukraine sind hoch. Die folgende Liste ist ein Auszug aus den Zahlen, die das ukrainische Militär aktuell meldet (Stand: 4. August). Auch hier lassen sich die Angaben nicht unabhängig prüfen.

  • Panzer: 8411 (+5 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 16.255 (+17)
  • Artilleriesysteme: 16.276 (+59)
  • Mehrfachraketenwerfer: 1138 (+3)
  • Luftabwehrsysteme: 911 (+3)
  • Drohnen: 13.103 (+41)
  • Marschflugkörper: 2412 (+2)
  • Flugzeuge: 363
  • Tanklastzüge und andere Fahrzeuge: 22.006 (+80)

Nato gibt Einschätzung zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg

Wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am 14. März 2024 in Brüssel mitteilte, gehen westliche Geheimdienste davon aus, dass die Zahl der getöteten oder verwundeten Soldaten in Russlands Angriffskrieg inzwischen die Marke von 350.000 überschritten hat. Das Land zahle einen sehr hohen Preis für marginale Geländegewinne, sagte er. Ukrainische Angriffe hätten zudem einen erheblichen Teil der russischen Schwarzmeerflotte versenkt oder außer Gefecht gesetzt, ergänzte Stoltenberg.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Westliche Geheimdienste schätzen Verluste Russlands im Ukraine-Krieg ein

US-Außenminister Lloyd Austin hat im Juni die Zahl der im Krieg getöteten oder schwer verletzten Soldaten Russlands mit rund 350.000 angegeben. Ende Mai äußerte sich Großbritannien zu den Verlusten Russlands. Das britische Verteidigungsministerium ging zu diesem Zeitpunkt von etwa 500.000 russischen Soldaten aus, die im Ukraine-Krieg verwundet oder getötet wurden, darunter reguläre Soldaten sowie etwa 20.000 Mitglieder der Wagner-Gruppe.

Anfang Mai hatte sich auch Frankreich zu dem Thema geäußert. Demnach schätzt Paris die militärischen Verluste Russlands auf 500.000, davon sollen 150.000 Tote sein. Der russische Dienst der BBC und Mediazona haben bisher die Namen von 56.858 toten russischen Soldaten definitiv identifizieren können. (red)

Rubriklistenbild: © GENYA SAVILOVA/AFP

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