Acht Milliarden Euro
Ampel-Plan durchgesickert: Deutschland verdoppelt wohl Militärhilfe für Ukraine
- VonKilian Beckschließen
Die Ampel will die Militärhilfe für die Ukraine verdoppeln. Grüne und SPD im Bundestag begrüßen das – und kritisieren Kanzler Scholz.
Berlin – Die Bundesregierung will anscheinend die für 2024 geplante Militärhilfe für die Ukraine verdoppeln. Die Ampel-Koalition habe sich intern geeinigt, die Gelder zur Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes von vier auf acht Milliarden Euro zu erhöhen.
Auch das ARD-Hauptstadtstudio und die Bild am Sonntag hatten das unter Berufung auf Informationen aus Ampel-Kreisen gemeldet. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einem „wichtigen Signal“ an die Ukraine, dass sie „nicht im Stich gelassen“ werde.
SPD-Haushaltspolitiker: Verdopplung der Ukraine-Hilfe „richtig und wichtig“
Der von Reuters zitierte Insider betonte, in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses werde über den Plan noch verhandelt. Am Donnerstag (16. November) findet die Sitzung statt, in der über die letzten Details des Haushaltsentwurfes von Finanzminister Christian Lindner (FDP) verhandelt wird. „Die Verdoppelung der Militärhilfe ist richtig und wichtig“, sagte der für Verteidigung zuständige SPD-Haushälter Andreas Schwarz der Bild am Sonntag.
Damit stelle man sicher, sagte Schwarz, dass die Unterstützung der Ukraine mit dem „nötigen Geld hinterlegt sei“ und erreiche das NATO-Ziel, mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung auszugeben. „Wir wollen nächstes Jahr nicht in die Situation kommen, dann, wenn es darauf ankommt – wie soll ich sagen – noch mal nachfordern zu müssen“, sagte Pistorius der ARD.
Hilfe für die Ukraine im Krieg: Hofreiter und Roth fordern mehr Tempo von Kanzler Scholz
Grüne und SPD nahmen den Vorstoß positiv auf: „Wir haben ja viel getan, aber wir müssen jetzt mehr tun und es muss vor allem schneller gehen“, sagte der SPD-Außenpolitiker Michael Roth am Montag (13. November) im ZDF-„Morgenmagazin“ zu den Plänen. Sorgen bereite ihm vor allem die hinreichende Versorgung der ukrainischen Streitkräfte mit Munition und Artillerie. Der Grünen-Europapolitiker Anton Hofreiter sagte RTL und ntv, die Verdopplung sei ein „guter Schritt“, aber im Kanzleramt müsste „deutlich schneller“ entschieden werden, was mit dem Geld geschehe. Besonders Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) müsse hier „sein Zögern einstellen“.
Hofreiter fordert erneut Taurus-Lieferung
Hofreiter forderte erneut die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine. Auf die Frage, wie lange Deutschland sich die Ukraine-Unterstützung noch leisten könne, sagte der Grünen-Politiker: „Wir können uns den Krieg eigentlich gar nicht leisten.“ Das Ziel müssten daher ernsthafte Friedensverhandlungen bleiben. Russlands Präsident Wladimir Putin werde dazu jedoch erst bereit sein, „wenn wir ihm deutlich machen, dass er diesen Krieg verlieren wird“, sagte Hofreiter.
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Die Bundesregierung wollte sich am Montag nicht zu den Plänen äußern. Die Militärhilfe für die Ukraine werden aus dem ressortübergreifenden Einzelplan 60 finanziert und nicht direkt aus dem Verteidigungshaushalt. (kb mit Material von AFP)
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