Neuartiger Drohnenbomber

Aus eigener Produktion: Ukraine setzt jetzt „Schwarze Witwe“ gegen Putins Armee ein

  • Patrick Mayer
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Kiew stellt eine neue Waffe gegen Wladimir Putins Truppen vor. Konkret: Die Ukraine entwickelt einen Drohnenbomber zur Abwehr des russischen Angriffs.

Donbass - Ist das die nächste Hiobsbotschaft für Wladimir Putins Invasionsarmee aus Russland im Ukraine-Krieg? Kiew hat an diesem Mittwoch (11. September) eine neue Kampfdrohne präsentiert. Genauer gesagt, geht es um einen militärisch innovativen Drohnenbomber.

Ukraine-Krieg: Kiew stellt neuen Drohnenbomber gegen Russlands Armee vor

Es sind grundsätzlich wirkungsvolle Waffen. So haben die ukrainischen Drohnen den Truppen des Moskau-Regimes auf den Schlachtfeldern zwischen Charkiw, Donbass und Schwarzem Meer heftige Verluste zugefügt. Um von Drohnen verschont zu werden, sollen sich einzelne russische Soldaten mittlerweile sogar auf Tauschgeschäfte einlassen.

Wird für sie der Drohnenbomber zur nächsten großen Gefahr, während der Kreml in Russland händeringend um mehr Soldaten wirbt? Wie das Verteidigungsministerium der Ukraine in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat, hat es einen neuen, im Inland hergestellten Drohnenbomber namens „Black Widow“ (Deutsch: Schwarze Witwe) zur Lieferung an die Streitkräfte kodifiziert und genehmigt. Davon berichteten übereinstimmend The Kyiv Independent und Ukrinform.

Drohnenbomber „Black Widow“: Ukraine präsentiert neuen Quadrocopter gegen Putin im Ukraine-Krieg

„Das Verteidigungsministerium der Ukraine hat ein unbemanntes Luftsystem namens Black Widow kodifiziert und zur Lieferung an das Militär zugelassen. Dabei handelt es sich um Drohnen auf taktischem Niveau. Ein erfahrener Pilot kann sie Tag und Nacht einsetzen“, hieß es in der Aussendung. Der Drohnenbomber ist offenbar für den mehrmaligen Einsatz konzipiert. Wie Ukrinform schreibt, hat das ukrainische Verteidigungsministerium erst kurz zuvor eine neue Splittergranate sowie eine ferngesteuerte Handgranate kodifiziert und für den Einsatz im Militär zugelassen.

Es wird ein Zusammenhang zwischen dem „Black Widow“-Quadrocopter und der genannten Munition hergestellt, die demnach ferngesteuert über russischen Stellungen und militärischen Fahrzeugen abgeworfen und entkoppelt werden kann. Damit nicht genug: Nach Angaben des Pressedienstes des Kiewer Ministeriums kann der wiederverwendbare Quadcopter auch im FPV-Strike-Format betrieben werden. Heißt: Als Kamikaze-Drohne, die in einem Unterstand oder in einem Panzer einschlägt, und damit selbst zerstört wäre. Der Preis für die Drohne sei vergleichsweise niedrig, heißt es bei Ukrinform, ohne dass jedoch ein konkreter Preis genannt wird.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Drohnen-Krieg in der Ukraine: „Drachen-Drohne“ und „Schwarze Witwe“ gegen Putin-Armee

Mittels Fotos und Videos ist überliefert: Die Ukrainer treiben die Entwicklung ihrer Drohnen unermüdlich voran. In den vergangenen Tagen machten vor allem die Aufnahmen der ukrainischen „Drachen-Drohne“ in Sozialen Medien die Runde. Diese Drohnen können angeblich bis zu 2000 Grad heiße Thermit-Ladungen, vereinfacht, verflüssigtes Metall, auf russische Stellungen abwerfen und diese damit in Brand setzen. Wodurch Russlands Verluste immer weiter steigen. Bald auch durch die „Schwarze Witwe“? (pm)

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