Hoffnung für Kiew

ATACMS-Raketen gegen russische Ziele: Biden mit Paukenschlag vor Kursk-Offensive Russlands

  • VonSimon Schröder
    schließen

Positives Signal für die Ukraine. Kiew ist nun berechtigt, die ATACMS-Raketen der USA gegen russische Ziele zu verwenden. Biden erteilte am Sonntag die Erlaubnis.

Washington D.C./Kiew – Nach langem hin und her nun doch: Joe Biden erlaubt der Ukraine die ATACMS-Raketen gegen militärische Ziele auf russischem Boden einsetzen zu dürfen. Die Raketen sollen zunächst wohl vor allem gegen die russischen und nordkoreanischen Truppen in Kursk zum Einsatz kommen, wie die New York Times berichtet.

Mit dieser Entscheidung markiert der amerikanische Präsident eine Kehrtwende in der Ukraine-Politik der USA. Mit der Restriktion, die US-Raketen nur gegen russische Ziele auf ukrainischem Gebiet einsetzen zu dürfen, begründete Biden zuvor, man wolle eine Eskalation des Konflikts verhindern. Auch Bidens Berater schienen bei der Entscheidung nun doch die Erlaubnis zu geben, zweierlei Meinung, wie die New York Times weiter schreibt. Doch angesichts der russischen Gegenoffensive in Kursk habe man das grüne Licht gegeben.

Wolodymyr Selenskyj und Joe Biden.

Biden mit Hammer vor Trump Amtsantritt: ATACMS gegen Russland

Die Entscheidung fällt in den letzten Zügen von Bidens Präsidentschaft. In zwei Monaten ist die offizielle Amtseinführung des designierten Präsidenten Donald Trump. Und der hatte bereits angekündigt, die US-Unterstützung der Ukraine drastisch zu reduzieren, beziehungsweise den Krieg am ersten Tag seiner Präsidentschaft zu beenden.

Eine Quelle innerhalb der Biden Regierung äußerte sich, man wolle mit der Entscheidung Kim Jong-un abschrecken, weitere Soldaten in die Ukraine zu schicken, wie die Washington Post schreibt. Weiter möchte das Weiße Haus, dass die Ukraine den größtmöglichen Handlungsspielraum bei Friedensverhandlungen hat, die sich mit Donald Trump als Präsidenten immer deutlicher abzeichnen.

Hoffnung in der Ukraine nach grünem Licht für den Einsatz der ATACMS

Ob sich durch die Benutzung der ATACMS-Raketen gegen Russland direkt, jedoch für die Ukraine im Krieg viel ändert, ist unwahrscheinlich. Ein US-Beamter äußerte sich, die ATACMS werden „einen spezifischen und beschränkten Effekt“ auf dem Schlachtfeld haben. Im September noch warnte Wladimir Putin, eine solche Entscheidung bedeute das „alle Nato-Staaten offiziell mit Russland im Krieg“ seien.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die ATACMS-Raketen sind eine ballistische Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern. ATACMS, kurz für „Army Tactical Missile System“, beschleunigen auf bis zu Mach 3 und sind überaus schlagkräftig. Die Ukraine selbst hat keine vergleichbare Waffe in Eigenproduktion und ist daher auf die Unterstützung des Westens angewiesen. Aus Großbritannien und Frankreich bekommt die Ukraine den Marschflugkörper „Storm Shadow“ mit ähnlicher Reichweite. Olaf Scholz hingegen untersagt die Lieferung des deutschen Marschflugkörpers „Taurus“. (sischr)

Rubriklistenbild: © dpa