Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter-Krimi in Deutschland: August-Prognose gedreht

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Der bisher durchwachsene Sommer könnte doch noch Fahrt aufnehmen – Wettermodelle zeigen auf Sonne, Wärme und weniger Regen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Der Juli hat sich in weiten Teilen Deutschlands eher herbstlich präsentiert – mit vielen Wolken, einzelnen Starkregenereignissen und nur kurzen sommerlichen Phasen. Die Hoffnung auf einen stabilen Sommer scheint bei vielen bereits verloren. Doch nun liefern sowohl das europäische ECMWF-Modell als auch das US-amerikanische GFS-Modell neue Anhaltspunkte dafür, dass sich das Wetter ab etwa dem 7. oder 8. August deutlich sommerlicher zeigen könnte.

Wetter-Wende im August: Modelle machen Hoffnung auf Sommer-Comeback

Vor allem in der zweiten Augustwoche steigt laut aktuellen Berechnungen die Wahrscheinlichkeit für freundlicheres Wetter. Sowohl die Temperaturen als auch die Sonnenstunden sollen zulegen, mit Chancen auf Tageswerte zwischen 25 und 30 Grad – in manchen Regionen auch darüber. Noch handelt es sich dabei zwar um mittelfristige Prognosen, doch die Tendenz ist eindeutig: Die Wettermodelle machen wieder Hoffnung auf Sommerfeeling.

Im Verlauf der ersten Augustwoche könnte es aus Südwesteuropa wieder spürbar wärmer werden. Der Sommer versucht im August ein Comeback.

August-Wetter womöglich „leicht zu warm“: Positive Signale bei Temperatur und Niederschlag

Auch aus klimatologischer Sicht deutet sich ein „leicht zu warmer“ August an, zumindest im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Das bedeutet nicht zwangsläufig eine Hitzewelle, aber es unterstreicht die Chancen auf einen insgesamt angenehmen Spätsommermonat mit höherem Wärmeangebot. Beim Niederschlag zeigen sich keine extremen Ausreißer: Weder eine Dürreperiode noch überdurchschnittlich viele Regentage werden derzeit favorisiert.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Im Gegenteil – die Modelle gehen von in etwa durchschnittlichen Niederschlagsmengen aus. Für Gartenbesitzer und Landwirte bedeutet das: keine allzu große Trockenheit, aber auch keine Dauernässe. Wenn sich dieser Trend bestätigt, könnte der August eine ausgewogene Mischung aus warmem, sonnigem Wetter und gelegentlichen Schauern bieten – genau das, was viele sich unter einem „klassischen“ Sommermonat vorstellen.

Wetter-Krimi im Hochsommer: Abwarten, aber optimistisch bleiben

Noch ist es zu früh für eine endgültige Prognose, denn die Unsicherheiten im Modellverlauf sind naturgemäß in der zweiten Monatshälfte höher. Ob sich ein stabiles Hochdruckgebiet etablieren kann, das mehrere Tage oder gar Wochen für beständiges Sommerwetter sorgt, ist noch offen. Allerdings sind die Voraussetzungen dafür deutlich besser als noch vor einigen Tagen.

Besonders spannend wird es rund um den 7. bis 9. August: In diesem Zeitraum erwarten Meteorologen den möglichen Umschwung. Sollte sich die Modelllage in den kommenden Tagen bestätigen, dürfte es nach dem durchwachsenen Juli tatsächlich noch ein spätes Sommer-Comeback geben – mit Sonne, Wärme und einem Hauch von Hochsommer, der viele schon abgeschrieben hatten. In den kommenden Tagen droht vielerorts jedoch erstmal Unwetter mit Starkregen und Sturm.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met / www.wetterdata.de