Bestattung des Pontifex

Außergewöhnliche Beerdigung geplant: Papst Franziskus‘ letzter Wunsch bricht mit Vatikan-Tradition

  • VonBenjamin Bauer
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Er brach mit der Tradition, wie Päpste bestattet werden: Papst Franziskus wird anders als seine Vorgänger seine letzte Ruhe finden.

Rom – In den frühen Morgenstunden des Ostermontag verstarb Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren. Der Tod eines Pontifex folgt einem strengen Protokoll. Franziskus selbst hatte bereits zu Lebzeiten einige Regelungen getroffen, die mit den kirchlichen Traditionen brachen. So wird seine Bestattung anders ablaufen als die seiner Vorgänger.

Papst Franziskus sorgte beim Bestattungsritus von Päpsten für mehrere Änderungen. (Archivbild)

Anstatt wie diese im Petersdom auf einem Katafalk zur Schau gestellt zu werden, verfügte er, dass sein Leichnam in einem offenen Sarg aufgebahrt wird. Auch für seine letzte Ruhestätte hatte er andere Pläne: Er wollte nicht innerhalb der Mauern des Vatikans ruhen, sondern in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom. So steht es im Testament. Eben jener Kirche, die er über 100 Mal besuchte und in der er vor dem Marienbildnis „Salus Populi Romani“ betete. Er hatte die Basilika sowohl nach seiner Wahl als auch vor und nach internationalen Reisen besucht.

Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit

Papst Franziskus ist tot. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor.
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt.
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Vereinfachte Beerdigung von Papst Franziskus: „Wie jeder Christ“

Bereits im April 2024 hatte Franziskus angekündigt, die Rituale zur Beerdigung eines Pontifex vereinfachen zu wollen. Alles solle „mit Würde“ ablaufen, aber er wünsche sich eine Behandlung „wie jeder Christ“, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Indes sind erste Details zur Todesursache des Papstes durchgesickert.

Diese Änderungen gibt es bei der Bestattung von Papst Franziskus:

  • Die offizielle Todesfeststellung erfolgt nun in der Kapelle, nicht mehr im Zimmer des Verstorbenen
  • Der Leichnam wird sofort im Sarg aufgebahrt, sodass Gläubige im Petersdom Abschied nehmen können
  • Der päpstliche Bischofsstab wird nicht mehr neben den Sarg gelegt, und der Sarg wird am Vorabend der Beerdigungsmesse geschlossen
  • Zudem dürfen Päpste nun Anweisungen für eine Bestattung an einem anderen Ort als dem Petersdom hinterlassen

Papst Franziskus‘ letzter öffentlicher Auftritt – die Bilder vom Ostersegen auf dem Petersdom

Papst Franziskus erscheint in der zentralen Loge des Petersdoms, um den Segen Urbi et Orbi zu erteilen. Einen Tag später verstarb Franziskus.
Papst Franziskus trinkt mit einem Strohhalm aus einer Flasche Wasser. Nach seinem wochenlangen Krankenhausaufenthalt fehlte dem 88-Jährigen für vieles die Kraft.
Nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt wirkte Papst Franziskus geschwächt. Zuletzt hatte er immer wieder Termine absagen müssen.
Papst Franziskus bei der Ostermesse auf dem Petersplatz. Zuletzt hatte der 88-Jährige mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht.
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Keine drei Särge mehr: Papst Franziskus wollte einen vereinfachten Ritus

Die im November 2024 veröffentlichte „Ordo Exsequiarum Romani Pontificis“ (zu Deutsch: Begräbnisverordnung für römische Päpste) regelt, dass es keine drei Särge aus Zypresse, Blei und Eiche mehr gibt. Stattdessen wird der Pontifex direkt in einen Metallsarg gebettet, der von einem Holzsarg umschlossen wird. Diese Änderungen stellen eine Straffung und Vereinfachung des Ritus dar, so der Vatikan laut dpa.

Nach dem Ableben von Papst Franziskus wird verstärkt über seine Nachfolge spekuliert: Wer wird der nächste Pontifex? Ein Experte erklärt indes, was die Kirche nun braucht. (BeBau/dpa)

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