Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Unwetter-Warnstufe Rot: Superzellen mit Hagel, Orkanböen und Starkregen bedrohen heute ganze Regionen
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Heftige Unwetter bedrohen heute Süd- und Ostdeutschland. In der Nacht drohen Sturzfluten und schwere Schäden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Bereits am Vormittag zeigen sich die ersten Gewitter im Südwesten. Betroffen sind vor allem Rheinland-Pfalz und Teile Baden-Württembergs, wo lokale Schauer und kurze Gewitter bis zu 15 Liter Regen pro Quadratmeter bringen können. Diese ersten Zellen markieren nur den Auftakt einer gefährlichen Wetterlage, die sich im Laufe des Tages immer weiter zuspitzt.
Autofahrer müssen mit Aquaplaning rechnen, kleinere Straßen könnten überflutet werden. Noch sind die Gewitter eher punktuell, doch Experten warnen eindringlich davor, die Gefahr zu unterschätzen, da ab dem Nachmittag eine Eskalation droht.
Superzellen mit Großhagel und Orkanböen am Nachmittag: Frühe Gewitter als Vorboten im Südwesten
Ab den Nachmittagsstunden nimmt die Wetterlage rasant an Intensität zu. Von Südbaden und Oberschwaben her breiten sich gefährliche Gewitterzellen über die Schwäbische Alb, das Allgäu und bis nach Mittelfranken aus. Hier drohen Superzellen mit allen klassischen Begleiterscheinungen: heftiger Starkregen bis zu 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Orkanböen mit Geschwindigkeiten um 110 km/h und Großhagel mit Körnern von rund drei Zentimetern. Dächer können abgedeckt, Bäume entwurzelt und Autos schwer beschädigt werden.
Besonders betroffen sind Städte wie Stuttgart, Augsburg, Kempten und Nürnberg. Es könnte sich um eine der gefährlichsten Unwetterlagen dieses Sommers handeln könnte. Im Laufe des Abends greifen die Gewitter auch auf Ostbayern, später auf Thüringen und Sachsen über, sodass auch Regensburg, Leipzig und Dresden in der Nacht betroffen sein können.
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Nacht mit Sturzflutgefahr im Osten und Norden
Während die Gewitterkerne im Westen nachlassen, droht in der Nacht zum Freitag (5. September) eine neue Wetter-Gefahr: großflächiger Starkregen. Vor allem von Franken über Thüringen und Sachsen-Anhalt bis nach Mecklenburg-Vorpommern fallen teils 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter, lokal durch eingebaute Gewitterzellen sogar bis zu 70 Liter. Damit steigt das Risiko für Sturzfluten erheblich. Keller könnten voll laufen, Straßen unpassierbar werden und kleinere Flüsse anschwellen. Feuerwehr und Rettungsdienste stellen sich auf eine Nacht mit zahlreichen Einsätzen ein.
Bewohner in den betroffenen Regionen sollten aktuelle Unwetterwarnungen verfolgen, Schutz in festen Gebäuden suchen und lose Gegenstände im Freien sichern. Auch wenn sich die Lage am Freitagmorgen langsam entspannt, dürfte das Unwetter eine Spur der Verwüstung hinterlassen.
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