Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Gefährlicher Wetter-Trend bestätigt sich: Frühling genauso heiß und trocken wie befürchtet

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Der Deutsche Wetterdienst zieht eine klare Bilanz: Das Frühjahr 2025 war außergewöhnlich warm, trocken und sonnig. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine offizielle Frühjahrsbilanz 2025 veröffentlicht – und sie bestätigt auf ganzer Linie, was Meteorologinnen und Meteorologen bereits seit Wochen prognostiziert hatten: Deutschland erlebte ein außergewöhnlich warmes, extrem trockenes und sonniges Frühjahr. Damit liegt nun ein wissenschaftlich fundierter Beleg vor, der nicht nur den Trend zur Klimaerwärmung untermauert, sondern auch den zahlreichen Stimmen widerspricht, die den Witterungsverlauf in den vergangenen Monaten als „ganz normal“ abgetan hatten. Kathy Schrey von wetter.net bringt es auf den Punkt: „Das war kein gewöhnlicher Frühling – das war ein deutlicher Klimafingerzeig.“

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Frühling 2025 bricht mit alten Normen: Wärmster April, später Frost: Ein Frühling der Extreme

Mit einer Mitteltemperatur von 9,8 Grad Celsius lag das Frühjahr 2025 deutlich über den langjährigen Vergleichswerten – im Mittel 2,1 Grad wärmer als in der Periode 1961–1990. Schon Mitte April gab es die ersten Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad, und Anfang Mai wurde im Oberrheingraben sogar die 30-Grad-Marke überschritten. Dennoch kam es regional nochmals zu kräftigen Kälterückfällen mit Frost – insbesondere in den östlichen Mittelgebirgen und im Nordosten. Deutschneudorf im Erzgebirge meldete am 18. März sogar extreme –11,2 Grad. Die Spannweite der Temperaturen und das Nebeneinander von Sommerwärme und Spätfrost zeigen deutlich, wie stark sich die Wetterlagen in Zeiten des Klimawandels ausdifferenzieren.

Trockenheit auf Rekordniveau, Sonne wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Noch drastischer fällt der Blick auf die Niederschlagsmengen aus: Mit lediglich 96 Litern pro Quadratmeter gehört das Frühjahr 2025 zu den drei trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Besonders betroffen war der Nordosten, wo mancherorts kaum 40 Liter zusammenkamen – das entspricht einem Minus von rund 50 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel. Gleichzeitig stieg die Sonnenscheindauer bundesweit auf rund 695 Stunden – ein Plus von fast 50 Prozent gegenüber der Referenzperiode 1961–1990. In Küstennähe wurden teils über 770 Sonnenstunden registriert – ein Wert, der deutlich über dem bisherigen Schnitt liegt. Der DWD zeigt mit seiner Auswertung einmal mehr: Die Klimaentwicklung in Deutschland ist längst nicht mehr abstrakt – sie ist messbar, spürbar und im Frühjahr 2025 besonders deutlich sichtbar geworden.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bernd März

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