Wichtiger Markt
Bekannter Autobauer verkündet nach Trump-Zöllen radikalen Schritt – Experte warnt
VonVictoria Krumbeckschließen
Die Trump-Zölle haben massive Auswirkungen auf die Fahrzeugproduzenten. Jaguar Land Rover trifft eine Entscheidung. Andere Anbieter könnten folgen.
London – Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle treffen viele Unternehmen hart. Insbesondere die Automobilbranche hat mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf alle in die USA importierten Autos zu kämpfen. Auch Autozulieferer werden in den kommenden Wochen davon betroffen sein. Autobauer Jaguar Land Rover zieht nun Konsequenzen und verkündet einen Lieferstopp in die USA. Nach Einschätzung eines Experten könnten weitere Autobauer nachziehen.
Trumps Zölle haben Folgen: Autobauer Jaguar Land Rover verkündet radikalen Schritt
Jaguar Land Rover wird im April keine Autos, die in Großbritannien hergestellt wurden, in die USA liefern, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Automarke im Besitz des indischen Unternehmens Tata Motors bestätigte dies am Samstag (5. April), nachdem die Zeitung The Times über den Plan berichtet hatte. „Während wir daran arbeiten, die neuen Handelsbedingungen mit unseren Geschäftspartnern zu vereinbaren, ergreifen wir einige kurzfristige Maßnahmen, darunter eine Lieferpause im April, während wir unsere mittel- bis langfristigen Pläne entwickeln“, erklärte der Autobauer in einer Mitteilung.
Mit einem Anteil von fast 20 Prozent sind die USA nach der EU der zweitgrößte Importeur britischer Autos, wie Daten des Branchenverbands SMMT zeigen. Jaguar Land Rover erklärte, dass die USA ein wichtiger Markt für seine Luxusmarke sei. Jährlich verkauft das Unternehmen 400.000 Range Rover Sports, Defender und andere Modelle – fast ein Viertel des Umsatzes machen die Exporte in die USA aus.
Nach Trump-Zöllen stoppt Autobauer Lieferung – Experte: „Erwarte ähnliche Aussetzungen“
Damit reagiert einer der volumstärksten britischen Automobilhersteller mit einer klaren Linie. Einem Experten zufolge könnten weitere Autohersteller folgen. „Ich erwarte ähnliche Aussetzungen auch bei anderen Herstellern, da die Unternehmen die aktuelle Entwicklung analysieren“, sagte David Bailey, Experte für die Automobilindustrie und Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Birmingham, der Associated Press (AP).
Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik




Im Vorfeld der Zölle haben einige Unternehmen ihre Lagerbestände in den USA erhöht. „Hersteller wie JLR [Jaguar Land Rover] versuchten, sich einen Vorsprung zu verschaffen und ihre Lagerbestände vor der Einführung der Zölle in die USA zu liefern“, sagte Bailey. Das zeigen auch die SMMT-Zahlen. So stiegen die Exporte in die USA im Dezember 2024 gegenüber dem Vorjahr um 38,5 Prozent. Auch im Januar stieg der Export um 12,4 Prozent und im Februar um 34,6 Prozent. Die bereits importierten Autos unterliegen den Zöllen nicht.
Trump-Zölle für Autobauer: Unternehmen wie VW ziehen Konsequenzen
Der japanische Autobauer Nissan hatte am Freitag angekündigt, zwei in Mexiko hergestellte SUV-Modelle nicht mehr in den USA zu vermarkten. Nissan setze „alle weiteren Bestellungen des Infini QX50 und des QX55 für den US-Markt“ aus, „die in der Compas-Fabrik in Mexiko hergestellt werden“, erklärte das Unternehmen.
Ähnlich reagiert der deutsche Autobauer Volkswagen. Dieser soll die Auslieferung von Fahrzeugen aus dem mexikanischen Werk Puebla, die per Bahn in die USA gehen, vorübergehend gestoppt haben. Autos, die per Schiff aus Europa kommen, würden vorerst in den Häfen zurückgehalten, bis sich die Zollsituation stabilisiert habe. Weitere Maßnahmen könnten folgen. (vk)
Rubriklistenbild: © IMAGO (2) / Martin Wagner / ZUMA Press Wire (Collage)

