Lukaschenko und Putin

Atomraketen erreichen Russland: „Dreimal stärker als Hiroshima und Nagasaki“

Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
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Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ist ein enger Verbündeter von Wladimir Putin. (Archivbild)
  • Bedrettin Bölükbasi
    VonBedrettin Bölükbasi
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Russlands Atomraketen sind offenbar in Belarus angekommen. Der belarussische Machthaber Lukaschenko machte auf die zerstörerische Kraft aufmerksam.

Frankfurt – Der russische Präsident Wladimir Putin, der im April 2022 den Ukraine-Krieg gestartet hat, hat nicht gerade viele Verbündete. Doch von den wenigen Verbündeten, die er hat, ist der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko der wohl Wichtigste. Schließlich erlaubte er es Putin, das Territorium von Belarus für Angriffe auf die Ukraine zu nutzen. Putin hat zudem eine weitere Verwendung für belarussisches Territorium: Er stationiert Atomwaffen im Nachbarland.

Ukraine-Krieg: Russlands Atomraketen kommen wohl in Belarus an

In einem Interview mit dem russischen Staatssender Rossija-1, das von der bekannten Kreml-Propagandistin Olga Skabajeva geführt wurde, prahlte Lukaschenko damit, dass die russischen Atomwaffen angekommen seien. „Wir haben Bomben aus Russland erhalten, die dreimal stärker als die Bomben von Hiroshima und Nagasaki sind“, sagte er laut dem unabhängigen russischen Sender RTVI. Sollte eine dieser Atomraketen eingesetzt werden, so würden eine Million Menschen in einem Schlag sterben, warnte er. „Gott bewahre uns vor dem Einsatz dieser Waffe“, so Lukaschenko.

Nicht Russland habe die Atomwaffen in Belarus stationiert, sondern seine Regierung habe Moskau drum gebeten, die Waffen, die einst in Belarus waren, dem Land zurückzugeben, behauptete Lukaschenko ferner. Er äußerte sich auch zu der Frage, wer nun das Recht habe, die Waffen einzusetzen. Mit nur einem Anruf bei Putin könne er sicherstellen, dass nicht nur Russland, sondern auch Belarus die Waffen abfeuern könne, sagte er. Schließlich sei die Kommunikation mit dem russischen Präsidenten gut, unterstrich der belarussische Staatschef.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
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Lukaschenko will mit russischen Atomwaffen „Feinde zittern lassen“

Sollte es zu einem Krieg kommen, könne man „dem Feind“ einen „koordinierten Schlag“ verpassen, so Lukaschenko. „Lasst die Feinde zittern“, ergänzte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur BelTA und gab an, Belarus sei bereit für alle Szenarien und werde auf „Aggressionen“ antworten. Offenbar hält er die Nuklearwaffen für eine Absicherung. Schließlich habe niemand gegen ein Land gekämpft, „das im Besitz von Atomraketen ist“.

Mit Blick auf die Lagerung der Waffen versprach Lukaschenko, man werde sie nicht auf einem Fleck konzentrieren, sondern über das Territorium des Landes verteilen. „Wir haben Lagerstätten, wie Hunde in einem Dorf, ernsthaft, wir hatten sehr viele“, betonte er. Man habe nun fünf bis sechs dieser Lagerstätten wieder auf Vordermann gebracht und werde weitere Lagerhallen wiederherstellen. (bb)