Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Unwetter fegen über Italien und Alpen – in beliebten Urlaubsregionen drohen Überschwemmungen
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Deutschland bleibt trocken, doch in Italien und südlich der Alpen könnten gewaltige Regenmengen fatale Auswirkungen haben. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Die aktuelle Prognosekarte bis Mittwoch (27. August) zeigt ein eindeutiges Bild: Deutschland liegt größtenteils im Niederschlagsschatten. Vor allem in der Mitte, aber auch im Norden, bleibt es nahezu trocken. Die weißen Flächen auf der Karte belegen, dass hier bis zum Termin kaum messbare Regenmengen anfallen werden.
Nur entlang des Alpenrandes sind schwache Farbabstufungen erkennbar, die geringe Mengen andeuten. Für Landwirtschaft, Wälder und Grundwasser bedeutet das eine weitere Belastung, da sich die Trockenperiode weiter verschärft. Die Böden trocknen aus, die Vegetation leidet und die Wasserreserven schrumpfen zunehmend.
Wetter-Prognose für Ende August: Extremregen südlich der Alpen
Während Mitteleuropa im Wesentlichen auf dem Trockenen sitzt, spitzt sich die Lage südlich der Alpen dramatisch zu. Die Modelle deuten für Norditalien Regenmengen von 100 bis 200 Litern pro Quadratmeter bis Ende August an. Solche Summen entsprechen dem, was in Deutschland oft in einem ganzen Sommermonat fällt.
Wenn diese Wassermassen in kurzer Zeit niedergehen, drohen Überschwemmungen, Murenabgänge und Erdrutsche. Besonders gefährdet sind Gebiete in Südtirol, der Lombardei und rund um den Gardasee. Auch der Tessin in der Schweiz könnte kritisch betroffen sein. Touristen und Einheimische sollten sich auf heftige Wetter-Umschwünge und potenzielle Gefahrenlagen vorbereiten.
Unwetter in Italien und der Schweiz: Blockierendes Hoch als Ursache
Die Ursache für diese extreme Wetterteilung liegt in einem blockierenden Hoch über Mitteleuropa. Es sorgt dafür, dass Deutschland unter trockener Luft liegt, während feuchte Mittelmeerluft an den Alpen gestaut wird. Dort entladen sich die Wolken mit voller Wucht, während nördlich des Gebirges fast nichts ankommt.
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Damit verstärken sich die Gegensätze: Anhaltende Trockenheit im Herzen Deutschlands auf der einen Seite und potenziell katastrophale Regenereignisse in Norditalien auf der anderen. Sollte sich diese Konstellation in den September hinein fortsetzen, könnte sie sowohl die Dürreproblematik in Deutschland als auch die Hochwassergefahr südlich der Alpen weiter verschärfen.
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