Zusammenstöße mit der Polizei

Proteste vor dem Haus von Netanjahu: Hunderte fordern Rücktritt von Israels Regierungschef

  • Victoria Krumbeck
    VonVictoria Krumbeck
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Die Kritik an Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird immer größer. Hunderte Menschen protestierten vor seinem Haus. Die Polizei griff ein.

Jerusalem – Die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der islamistischen Hamas dauern immer noch an. Die Opferzahlen steigen auf beiden Seiten. Doch vor allem die humanitäre Lage im Gazastreifen macht der Weltgemeinschaft zunehmend Sorgen. Immer wieder werden bei den Angriffen auch palästinensische Zivilist:innen getötet. Gleichzeitig befinden sich noch israelische Geiseln in den Händen der Hamas. Der Druck auf Israel, insbesondere auf Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, wächst.

Benjamin Netanjahu: Hunderte Menschen fordern seinen Rücktritt

In Israel haben einem Medienbericht zufolge Hunderte Menschen vor einem Haus von Netanjahu protestiert und seinen Rücktritt gefordert. Dabei kam es am Samstagabend (4. November) in Jerusalem der Zeitung The Times of Israel zufolge zu Zusammenstößen mit der Polizei, als Demonstranten versuchten, durch die Absperrungen zu drängen. Drei Personen seien festgenommen worden, hieß es.

Die Kritik an Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wächst. Vor seinem Haus kam es zu Protesten.

Die Menschen warfen Netanjahu demnach vor, dass unter seiner Führung die islamistische Hamas am 7. Oktober das schlimmste Massaker der Geschichte Israels anrichten konnte. Zudem hätten sie einen Gefangenenaustausch gefordert, hieß es weiter. Auch an anderen Orten in Israel kam es dem Bericht zufolge erneut zu Protesten gegen Netanjahu. Der Regierungschef weigert sich bisher, öffentlich eigene Fehler einzugestehen. In Tel Aviv hätten sich zudem Tausende Menschen im Stadtzentrum versammelt, um ihre Unterstützung für die Familien der mehr als 240 Geiseln zu zeigen, die die Hamas bei ihrem Angriff auf Israel genommen hat.

Netanjahu lehnt Feuerpause ab – Geiseln müssen zunächst frei kommen

Kürzlich hatten Vertreter der Angehörigen der Geiseln nach einem Treffen mit Netanjahu einen Gefangenenaustausch gefordert. Netanjahu lehnt Feuerpausen im Israel-Krieg ab, solange die Hamas die von ihr im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln nicht freilässt. Unterstützung bekommt der Präsident von den USA. Auch die Biden-Regierung sprach sich gegen eine endgültige Waffenruhe aus.

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Dafür plädierte US-Außenminister Antony Blinken bei einem Besuch in Israel am Freitag für eine humanitäre Feuerpause im Gazastreifen. Diese sei notwendig, um Hilfslieferungen zu erleichtern und Vorkehrungen für die Sicherheit der Zivilist:innen im Gazastreifen zu treffen. Gleichzeitig warnte die USA vor einer schwindenden Unterstützung Israels durch seine Verbündeten, sollte sich die humanitäre Lage im Gazastreifen nicht verbessern. (vk/dpa)

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