„Lawrow ein Hund“
Beziehungen zwischen Russland und USA – Strack-Zimmermann: „Ich glaube, dass Trump Putin bewundert“
VonVictoria Krumbeckschließen
Trump bringt die internationale Ordnung ins Wanken. EU-Politikerin Strack-Zimmermann sieht jedoch neben Russland und den USA noch einen weiteren Akteur.
Berlin – Erst der Eklat im Weißen Haus, dann der Waffen-Stopp: Die letzten Tage waren für die Ukraine eine Herausforderung. Bereits in den Wochen davor hatte US-Präsident Donald Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Schuld am Ukraine-Krieg gegeben. Trumps Annäherungen an Russland sind deutlich. Europa-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) spricht von einer „Bewunderung“ Putins.
Bei Markus Lanz: Strack-Zimmermann spricht über Trumps „Bewunderung“ von Putin
Durch Trumps Machtdemonstration im Ukraine-Krieg wird die Sorge größer, wie Russlands Präsident Wladimir Putin weiter agieren wird. Trumps Verhalten spielt damit Putin in die Karten. In der Sendung Markus Lanz vom Mittwoch (5. März) sagte Strack-Zimmermann in Bezug auf die zwei Präsidenten: „Ich glaube, dass Trump Putin bewundert. Das ist ein richtiger Kerl, der regiert durch, so wie er das auch will. Da wird nicht lange gefackelt. Wer stört, wird aus dem Weg geräumt.“
Und weiter: „Da sitzen zwei am Tisch und teilen sich die Welt auf.“ Trump hatte zuvor in seiner Rede am Dienstag (Ortszeit) vor dem US-Kongress aus einem Brief von Selenskyj zitiert, in dem der Ukrainer seine Bereitschaft für Friedensverhandlungen signalisierte. Neben dem Waffen-Stopp hatten die USA auch die Weitergabe von Geheimdienstinformationen blockiert. Der Druck auf Selenskyj ist dadurch groß.
Die Zukunft der Welt: Trump und Putin nähern sich an – „Lawrow ist ein Hund“
Wie Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland mit den USA aussehen würden, bliebt offen. „Als ich die Bilder sah, von Lawrow mit dem amerikanischen Außenminister, habe ich gedacht, Lawrow ist wirklich ein Hund. Der zieht ihn über den Tisch, bevor der eins, zwei, drei sagt“, so die FDP-Politikerin. Bei einem Treffen Mitte Februar in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad trafen sich US-Außenminister Marco Rubio und Russlands Außenministers Sergej Lawrow, um auch über ihre bilateralen Beziehungen zu sprechen.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten




Verhandlungen zwischen Trump und Putin – China mischt mit
Während die beiden Staaten an ihrer Beziehung wieder arbeiten wollen und damit auch signalisieren, dass die Weltordnung bipolar sei, tritt China auf die Bühne. Trump hatte Anfang der Woche Mexiko und Kanada mit Einfuhrzöllen belegt und die bereits bestehende Strafzölle gegen China verdoppelt. Peking reagierte prompt mit einer Drohung. Demnach sei China zu „jeder Art von Krieg“ bereit – „wenn die USA Krieg wollen“. Strack-Zimmermann betont, dass auch Russland und China trotz ähnlicher Führungsstils „keine Freunde“ seien.
„Für China sind die Russen die armen Verwanden, die es nie auf die Kette bekommen haben“, so die Europa-Politikerin. Chinas Auftritt sei interessant, „weil das ja der eigentliche Herausforderer ist von Trump.“ Sie fügte hinzu: „Ich glaube, da wird jetzt noch eine weitere Facette kommen, die auch die Amerikaner verstören könnte.“ Laut der Journalistin Katrin Eigendorf denken die Ukrainerinnen und Ukrainer, mit denen sie gesprochen hat, dass die Ukraine das Schlachtfeld sei, „auf dem die neue Weltordnung ausgehandelt wird.“ (vk)
Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF/Markus Lanz

