Nothilfe im Krieg mit Israel

Pistorius gibt grünes Licht: Bundeswehr soll Hilfsgüter über Gaza abwerfen

Die Luftwaffe der Bundeswehr soll bald Hilfsgüter über dem vom Krieg mit Israel gebeutelten Gazastreifen abwerfen. Pistorius sprach von einem riskanten Einsatz.

Berlin – Verteidigungsminister Boris Pistorius hat den Abwurf von dringend benötigten Hilfsgütern über dem Gazastreifen durch die deutsche Luftwaffe genehmigt. Der SPD-Politiker unterzeichnete am Mittwoch (13. März) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Auftrag an die Bundeswehr. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, erteilte für das Abwurfverfahren bereits eine Sondergenehmigung.

Die Luftwaffe soll so schnell wie möglich mit dem Abwurf der dringend gebrauchten Hilfe beginnen. Ende kommender Woche könnte bereits damit gestartet werden. Nach Gaza fliegen sollen laut Pistorius zwei Transportflugzeuge vom Typ C-130 Hercules, die jeweils bis zu 18 Tonnen Last transportieren könnten.

Mit Transportflugzeugen soll die Bundeswehr Hilfsgüter über Gaza abwerfen.

Pistorius zum Gaza-Einsatz der Luftwaffe: Abwurf ist „nicht ungefährlich“

„Den Menschen in Gaza fehlt es am Nötigsten“, erklärte Pistorius. „Wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass sie Zugang zu Nahrung und Medikamenten bekommen.“ Der Abwurf sei „nicht ungefährlich“, fügte der Minister hinzu. „Die dafür vorgesehenen Crews sind für entsprechende Verfahren ausgebildet und sehr erfahren.“

Den Auftrag sollen laut Ministerium die deutschen Angehörigen der binationalen Lufttransportstaffel in Evreux in Frankreich übernehmen. Initiiert wurde die Luftbrücke von Jordanien. Deutsche Partnerländer wie die USA und Frankreich beteiligen sich ebenfalls daran.

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Verzweifelte Lage der Zivilisten in Gaza – Bundeswehr beteiligt sich an Luftbrücke

Die Lage der Menschen in dem Küstenstreifen ist Hilfsorganisationen zufolge zunehmend verzweifelt. Nach UN-Angaben droht eine Hungerkrise, wenn die Hilfslieferungen per Lastwagen nicht ausgeweitet werden. Im Gazastreifen leben rund 2,2 Millionen Menschen.

Geholfen wird der Bevölkerung im Gazastreifen mittlerweile auch auf dem Seeweg. Am Dienstag war das Schiff „Open Arms“ aus dem zyprischen Hafen von Larnaka in Richtung Gazastreifen in See gestochen. Der umgebaute Schlepper zieht eine Plattform, auf die Hilfsgüter geladen worden sind. Rund 200 Tonnen Trinkwasser, Medikamente und Lebensmittel sind an Bord.

Der UN zufolge ist im Gazastreifen in vielen Gebieten durch den Krieg inzwischen jede Ordnung zusammengebrochen. Lkw mit Hilfsgütern werden immer wieder geplündert. Regelmäßig kommt es im Kampf um die Hilfslieferungen zudem zu heftigen Rangeleien unter verzweifelten Bewohnern. (AFP/dpa/smu)

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