Vor Bayern-Wahl 2023

FDP-Chef zu Umfragehoch für Aiwanger: „Viele empfinden Debatten in Medien als einseitig links“

Sitzung des Deutschen Bundestags, Christian Lindner bei einer Sitzung des Deutschen Bundestags
+
Christian Lindner im Bundestag
  • Anne-Christine Merholz
    VonAnne-Christine Merholz
    schließen
  • Bona Hyun
    Bona Hyun
    schließen

Die Causa Aiwanger wird vor der Bayern-Wahl stark thematisiert. FDP-Chef Christian Lindner bezieht dazu Stellung – und verrät, was ein Wirtschaftsminister in Bayern eigentlich braucht.

Berlin – Kurz vor der Bayern-Wahl setzen die Freien Wähler ihre Umfrageerfolge fort – trotz Flugblatt-Affäre. Derzeit kommt die Partei von Hubert Aiwanger auf 14 Prozent und kämpft mit den Grünen um Platz Zwei. Das zeigen aktuelle Umfragewerte des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Augsburger Allgemeine und den Spiegel.

Auch wenn Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Stellvertreter Aiwanger die Diskussionen um die Flugblatt-Affäre vorerst für beendet erklärten, reißen die Kritiken nicht ab. „Jeder Mensch macht Fehler, jeder darf sich verändern“, sagte Finanzminister Christian Lindner (FDP) zu unserer Redaktion. Entscheidend sei, wie man damit umgehe.

FDP-Chef Lindner äußert sich vor Bayern-Wahl zu Umfrage-Hoch für Aiwanger

„Wir haben bei Herrn Aiwanger eine Salamitaktik in der Kommunikation und keine echte Abgrenzung gesehen. Für mich war das nicht glaubwürdig“, sagte Lindner. Bislang konnten die Freien Wähler nicht nur bei Umfragen von den Diskussionen um die Flugblatt-Affäre profitieren. Sie verzeichneten zudem starken Parteizuwachs.

Lindner zufolge geht es in den vielen Umfragen jedoch nicht um Aiwanger selbst. „Viele Menschen empfinden die Debatten in den Medien generell als einseitig links und machen jetzt ihrem Ärger Luft.“ Anders als in Umfragen solle man bei Wahlen aber nicht mit Wut im Bauch abstimmen, sondern mit Köpfchen.

Umfrage zur Bayern-Wahl 2023: FDP muss womöglich zittern

Während CSU, Grüne und die Freien Wähler wohl zweifellos in den Landtag einziehen, muss die FDP zittern. Sie würde laut der Civey-Umfrage mit 4 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Gegenüber unserer Redaktion befürwortete Ex-Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eine Zusammenarbeit der CSU mit der FDP. Auch Lindner sieht Potenzial.

„Der Wohlstand Bayerns hängt am starken Mittelstand und an Spitzenunternehmen, die auf den Weltmärkten erfolgreich sind“, sagte Lindner. Dafür brauche es einen Wirtschaftsminister, der Innovation statt Stammtische anheizen will und der auf den Weltmärkten Türen öffnen kann.

Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945

Bundeskanzler Konrad Adenauer (mit Zylinder, CDU), Bundesratspräsident Karl Arnold (l, CDU) und Fritz Schäffer (r, CSU) bei der feierlichen Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages am 07.09.1949 in Bonn.
28. September 1945 – 21. Dezember 1946: Wilhelm Hoegner (SPD), ernannt durch die USA.
21. Dezember 1946 –
 14. Dezember 1954: Hans Ehard (CSU) mit Ehefrau Sieglinde.
14. Dezember 1954 – 16. Oktober 1957 (zweite Amtszeit): Wilhelm Hoenger (SPD) trat nach Verlust der Mehrheit im Landtag zurück.
Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945

CSU liegt bei Umfragen vorne – AfD liegt vor SPD

Laut den Civey-Umfrageergebnissen führt die CSU in den Umfragen mit 38 Prozent und liegt weit vor der Konkurrenz. Die SPD liegt wie in den vorherigen Umfragen bei 9 Prozent. Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, würden 13 Prozent der Befragten die AfD wählen. (bohy/dpa)