„Wahlprozess beeinflussen“

Cyberattacke auf Trumps Wahlkampf: Iran von US-Geheimdiensten beschuldigt

  • Victoria Krumbeck
    VonVictoria Krumbeck
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Vertrauliche Unterlagen des Wahlteams von Donald Trump wurden bei einem Hackerangriff kompromittiert. Der Iran wird als Urheber vermutet.

Washington, D.C. – Nach dem Hackerangriff auf das Wahlkampfteam des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, haben die US-Behörden die Ermittlungen aufgenommen. Wenig später mutmaßte Trumps Team, dass es sich um einen iranischen Hackerangriff gehandelt haben könnte. Nun machen auch die US-Geheimdienste den Iran für den Hackerangriff auf die interne Kommunikation des Trump-Teams verantwortlich.

US-Geheimdienste: Iran steckt wohl hinter Hackerangriff auf Trump-Kampagne

„Wir haben in diesem Wahlzyklus zunehmend aggressive iranische Aktivitäten beobachtet, die insbesondere auf die Beeinflussung der amerikanischen Öffentlichkeit und auf Cyberoperationen gegen Präsidentenwahlen abzielen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Geheimdienstkoordination (ODNI), der US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit (Cisa) und der Bundespolizei FBI. Das gelte auch für die kürzlich gemeldeten Aktivitäten zur „Kompromittierung der Kampagne des ehemaligen Präsidenten Trump“, die man dem Iran zuschreibe.

Der Iran soll laut US-Geheimdiensten für den Hacker-Angriff auf das Wahlkampfteam von Donald Trump verantwortlich sein.

Zuvor war US-Medien ein 271 Seiten langes internes Dossier über Trumps Vizepräsidentschaftskandidaten J.D. Vance zugespielt worden. Solche Dossiers dienen im US-Wahlkampf unter anderem dem Zweck, besser auf politische Angriffe der Gegenseite vorbereitet zu sein. Trumps Sprecher hatte in diesem Zusammenhang von einem Hack gesprochen. Auch das Wahlkampfteam von US-Vizepräsidentin Kamala Harris gab bekannt, Ziel eines ausländischen Cyberangriffs geworden zu sein.

US-Geheimdienste beschuldigen Iran: „Zielen darauf ab, Wahlprozess zu beeinflussen“

In der gemeinsamen Mitteilung von ODNI, Cisa und FBI heißt es weiter, dass die Iraner versucht hätten, Zugang zu Personen mit direkter Verbindung zu den Wahlkampfteams der Demokraten und der Republikaner zu erhalten. „Diese Aktivitäten, einschließlich Diebstähle und Enthüllungen, zielen darauf ab, den Wahlprozess in den USA zu beeinflussen.“ Der Iran versuche, „Zwietracht zu schüren und das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen zu untergraben“.

Das Vance-Dossier wurde in der Mitteilung nicht ausdrücklich erwähnt. Der Iran betrachte die US-Wahl am 5. November als besonders folgenreich mit Blick auf seine nationalen Sicherheitsinteressen, warnten die US-Geheimdienste. Das erhöhe die Neigung Teherans, „das Ergebnis zu beeinflussen“.

Iran und Russland: Beeinflussung von Wahlen auch in anderen Staaten

Die Geheimdienste wiesen weiter darauf hin, dass die Vorgehensweise nicht neu sei. Der Iran und Russland hätten diese Taktik nicht nur in den USA während dieses und früherer Wahlzyklen angewandt, sondern auch in anderen Ländern auf der ganzen Welt. „Wir dulden keine ausländischen Bemühungen, unsere Wahlen zu beeinflussen oder zu stören, einschließlich der gezielten Angriffe auf amerikanische politische Wahlkämpfe“, hieß es. 

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
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Auch Google äußert Verdacht: Iran soll hinter Hackerangriff auf Trump-Kampagne stecken

Vergangene Woche hatten auch IT-Sicherheitsexperten von Google mitgeteilt, dass eine den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Hackergruppe versucht habe, sich Zugang zu E-Mail-Konten von Wahlkampfmitarbeitern der US-Demokraten und des republikanischen Kandidaten Trump zu verschaffen. Die iranischen Revolutionsgarden sind die Elitestreitmacht der Islamischen Republik Iran. 

Die Hackergruppe, die unter dem Namen APT42 bekannt ist, soll sich demnach im Mai und Juni die persönlichen E-Mails von etwa einem Dutzend ranghoher Mitarbeiter aus dem demokratischen und republikanischen Wahlkampflager vorgenommen haben. Damals war noch US-Präsident Joe Biden der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Demokraten, bevor Vizepräsidentin Harris Präsidentschaftskandidatin wurde. (vk/dpa)

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