Marode Bundeswehr

Wehrbeauftragte schlägt Alarm: Personalmangel in der Bundeswehr

  • VonDayan Djajadisastra
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Die Bundeswehr kämpft mit einem drastischen Personalmangel: Fast 30 Prozent der Posten sind derzeit unbesetzt, und das Durchschnittsalter der Soldaten ist auf 34 Jahre gestiegen.

Berlin – Die Bundeswehr macht erneut negative Schlagzeilen. In ihrem Jahresbericht für 2024 macht die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, eine ernüchternde Bestandsaufnahme: Die Bundeswehr steht demnach unter massivem Personaldruck.

„Es gibt noch viel zu verbessern“, sagte SPD-Politikerin Högl auf der Pressekonferenz. Seit 2020 sind die unbesetzten Stellen kontinuierlich gewachsen. Wurden damals noch 18 Prozent der Dienstposten bei Offizieren und Unteroffizieren nicht besetzt, sind es 2024 fast 20 Prozent. Bei den Mannschaften sieht es noch düsterer aus: Hier bleiben rund 28 Prozent der Posten leer.

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Rudolf Scharping (1998 bis 2002): Als die Ehrenformation der polnischen Armee den Minister im Februar 1999 im polnischen Krakau begrüßte, war Scharpings Welt noch in Ordnung. Doch dann stolperte er über zwei verhängnisvolle Affären. Während nämlich die Bundeswehr kurz vor einem Einsatz in Mazedonien stand, ließ er sich quietschvergnügt mit seiner Lebensgefährtin im Swimmingpool fotografieren. Und auch die dubiosen Deals mit PR-Mann Moritz Hunzinger stießen der SPD sauer auf. Im Juli 2002 wurde Scharping schließlich entlassen.
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Wehrbeauftragte Högl warnt: Einsatzbereitschaft der Bundeswehr erheblich gefährdet

Eva Högl, Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, stellt den Jahresbericht 2024 zur Lage der Bundeswehr vor.

Högl macht dafür nicht nur den allgemeinen Personalmangel verantwortlich, sondern auch Vakanzen durch Krankheit, Ausbildung, Elternzeit oder Freistellung. Die Wehrbeauftragte warnt, dass die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr erheblich gefährdet sei, wenn fast jeder fünfte Unteroffizier und Offizier sowie mehr als jeder vierte Soldat auf den Mannschaftsstufen fehlt.

Bundeswehr: Truppenstärke sinkt im Jahr 2024

Obwohl die Bundeswehr sich das Ziel gesetzt hat, bis 2031 eine Personalstärke von 203.000 Soldatinnen und Soldaten zu erreichen, zeigt der Bericht, dass dieses Ziel in weiter Ferne liegt. Die Zahl der Soldaten ist im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gesunken – auf 181.174. Zudem wird die Bundeswehr zunehmend älter: Das Durchschnittsalter stieg von 32,4 Jahren Ende 2019 auf nun 34 Jahre.

Der Bericht kommt in einer Phase, in der die Diskussion über die Wiedereinführung der Wehrpflicht wieder an Fahrt aufnimmt. Angesichts des akuten Personalmangels in der Bundeswehr und der wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa fordern immer mehr Politiker und Experten eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht oder zumindest ein neues Modell der Dienstpflicht. (ddja und dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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