Umbau US-Autoriesen

Ford will Werk in Saarlouis verkaufen: Baut BYD bald Elektroautos in Deutschland?

  • Markus Hofstetter
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Ford will sein Werk in Saarlouis loswerden. Beim Verkauf scheint sich eine Lösung abzuzeichnen, die der Politik nicht gefallen könnte.  

Saarlouis - Der US-Autohersteller Ford will seine Präsenz in Europa radikal reduzieren. In den kommenden Jahren sollen bis zu 3800 Jobs auf dem Kontinent wegfallen, vor allem in Deutschland und Großbritannien.

Betroffen ist auch das Ford-Werk in Saarlouis, in dem 4400 Beschäftige arbeiten. Vor einem Jahr hat das Unternehmen entschieden, dass das Werk in Valencia die neue Elektroauto-Plattform erhält. Das bedeutete zugleich das Ende für die Focus-Produktion in Saarlouis bis 2025. 

Ford will Werk in Saarlouis verkaufen: zwei chinesische Firmen sollen in der Endauswahl sein

Am Donnerstag (22. Juni) wurde die Belegschaft des Werkes über die neuesten Entwicklungen informiert. Demnach befindet sich Ford mit Investoren in fortgeschrittenen Verhandlungen, rund 2500 Arbeitsplätze könnten geschaffen werden. Man arbeite daran, schnellstmöglich eine Vereinbarung zu erzielen, hieß es. Allerdings wurden konkret keine Namen genannt.

Das Ford will sein Werk in Saarlouis loswerden.

Das Handelsblatt berichtet, dass es zwei Kandidaten in die Auswahl geschafft hätten. Einer von diesen soll BYD sein, der chinesische Elektroautobauer könnte in dem Werk Modelle für Europa produzieren. Eine Übernahme würde gut in die Strategie von BYD passen, das Unternehmen expandiert derzeit stark außerhalb expandiert, auch in Europa. 

Allerdings soll BYD nicht der Favorit von Ford sein, da man mit dem Volumenhersteller einem direkten Rivalen eine große Tür nach Europa öffnen würde. Laut Bloomberg soll neben BYD eine Gruppe kleinerer chinesischer Autobauer an dem Werk in Saarlouis interessiert sein. Es ist allerdings nicht bekannt, um wen es sich dabei handeln soll.

Ford will Werk in Saarlouis verkaufen: Verkauf an chinesische Investoren könnte Politik auf den Plan rufen

Der Verkauf des Werkes an chinesische Investoren könnte allerdings die Politik auf den Plan rufen. Die Bundesregierung möchte die wirtschaftliche Abhängigkeit von China reduzieren. Auch der Taiwan-Konflikt spielt eine Rolle dabei. So hat sich die Übernahme eines Terminal-Teils des Hamburger Hafens durch das chinesische Unternehmen Cosco wegen der Einflussnahme der Bundespolitik zu einer Hängepartie entwickelt.

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Ford selbst hat vergangenes Jahr angekündigt, in Saarlouis 1000 Arbeitsplätze erhalten zu wollen. Mit einer Komplettübernahme wäre dieses Versprechen allerdings obsolet. Zudem könnten Mitarbeiter nach Köln wechseln. Dort wurde vor kurzem das „Electric Vehicle Center“ eröffnet, in dem pro Jahr bis zu 250.000 Stromer vom Band rollen sollen.

Rubriklistenbild: © BeckerBredel/imago

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